Seit über vier Jahrzehnten wiederholt sich in Deutschland ein auffälliges Muster. Wer die Schlagzeilen der letzten 45 Jahre nebeneinanderlegt, kann kaum übersehen, dass es nie eine Phase ohne eine angebliche „existenziell bedrohliche Krise“ gegeben hat. Eine Krankheit, eine Umweltkatastrophe und ein Feind von außen bedrohen angeblich immer unser Land.
Die Krankheit als ständiger Begleiter
In den 1980er Jahren begann es mit AIDS, einer neuen, tödlichen Krankheit, die ganze Gesellschaften bedrohen sollte. Kaum ebbte die Panik etwas ab, folgte das BSE-Drama um Rinderwahn. Danach SARS, Vogelgrippe, Schweinegrippe, EHEC, Ebola, Zika, Corona und schließlich Affenpocken. Keine Dekade kam ohne mindestens eine große Seuchenwarnung aus. Dabei war stets die Botschaft dieselbe: Nur die Regierung könne mit Programmen, Gesetzen, Impfungen oder milliardenschweren Maßnahmen die Bevölkerung schützen.

Die Umwelt als Dauerkrise
Parallel dazu liefen die ökologischen Bedrohungsszenarien. Waldsterben, saurer Regen, Ozonloch – Schlagworte, die jeder Deutsche kannte. Ab den 1990ern verschob sich das Thema in Richtung „Erderwärmung“, in den 2000ern „Klimawandel“, ab 2018 dann „Klimakrise“. Dazu kamen jeweils Nebenschauplätze wie Elektrosmog, Gentechnik in Lebensmitteln, Atomangst, Feinstaub, Mikroplastik oder Wasserknappheit. Stets wurde suggeriert: Das Ende naht, wenn wir nicht sofort die Politik machen lassen.

Der äußere Feind
Und dann ist da noch der geopolitische Gegner, der ebenfalls nie fehlen darf. In den 1980ern war es die Sowjetunion, begleitet von Gaddafis Libyen. In den 1990ern Saddam Hussein und Milošević. Ab 2001 Al-Qaida, später der Islamische Staat. Ab 2014 Russland, ergänzt durch China und Iran. Jede Epoche hatte ihren Schurken, gegen den sich Deutschland angeblich nur unter Führung der Regierung schützen konnte.

Dieses Muster zeigt sich seit 1980 ohne Unterbrechung
Kaum ist eine Gefahr verschwunden, tritt sofort die nächste an ihre Stelle. Die Themen wechseln, doch die Struktur bleibt gleich. Krankheiten werden zu globalen Bedrohungen erklärt, Naturerscheinungen und normales Wetter zu unaufhaltsamen Katastrophen und außenpolitische Gegner zu existenziellen Feinden. Immer entsteht der Eindruck: Deutschland stehe am Abgrund – und nur entschlossene Eingriffe von Politik und Behörden könnten den Untergang verhindern.

German Angst ist sprichwörtlich
In Deutschland selbst scheint das niemandem aufzufallen. Doch im Ausland ist die deutsche Dauerkatastrophe sprichwörtlich geworden. „German Angst“ bedeutet in den USA irrationale Dauerangst oder grundlose Katastrophenangst. Viele deutschen Weltuntergangsszenarien wie Waldsterben, Saurer Regen oder Atomangst finden nur im deutschen Blätterwald statt und werden vom Ausland mit Verwunderung belächelt.
Politik und Medien – Haben Sie Angst, Angst Angst!
Dabei fällt auf, dass Medien und Politik die Bedrohungen nicht nur aufgreifen, sondern in perfekter Arbeitsteilung verstärken. Medien sorgen für Panikstimmung, Politik liefert sofort angebliche Lösungen – meist in Form von Gesetzen, Verboten oder neuen Steuern. Keine Katastrophe geht vorbei ohne das dafür Ministerien ausgebaut wurden, die Rechte der Bürger dauerhaft eingeschränkt wurden und der Staat ein paar Milliarden für die Lösung des Problems ausgegeben hat.
Kritik ist verboten
So entsteht ein geschlossenes System: Medien erzeugen Angst, Politik liefert Rettungsmaßnahmen, die wiederum durch Medien verbreitet werden. Das System erzeugt immer noch mehr Staatsmacht und immer noch höhere Deutungshoheit der Medien, sodass Kritik nicht zugelassen werden kann. Wer die aufgeblasene Bedrohung kritisiert, wird sofort als „verantwortungslos“ oder „gefährlich“ dargestellt. Bleibt er bei seiner Meinung und macht diese erfolgreich öffentlich, fällt die gesamte Pressemeute und Staatsmacht über ihn her – als Warnung für andere, besser den Mund zu halten und sie nicht bei Ihrem Angstgeschäft zu stören.
Warum es funktioniert
Das Muster funktioniert, weil es an Urängste rührt. Krankheit bedroht das eigene Leben, Umwelt die Lebensgrundlagen und äußere Feinde die Sicherheit von Land und Familie. Damit decken die drei Stränge alle Bereiche ab, die Menschen existenziell betreffen. So entsteht der Eindruck permanenter Gefahr, gegen die man sich nicht selbst wehren kann, sondern nur der Staat helfen darf.
Haben Sie keine Angst
Die dutzenden großen und hunderten kleinen Katastrophen, vor denen uns angeblich die Regierung retten wollte, haben nicht oder niemals in dem Ausmaß wie berichtet stattgefunden. Die Regierung hat uns auch vor keiner einzigen je gerettet. Und sie mussten auch nie davor geschützt werden. Die Katastrophen, die ihr persönliches Leben betreffen könnten, werden von Feuerwehr, Notarzt und Technischem Hilfswerk gelöst. In einem normalen Leben vergehen Jahrzehnte zwischen Vorfällen, bei denen man deren Dienste benötigt und manche benötigen sie nie.
Die Regierung hat weder Wissen, das Sie nicht haben, noch rettet sie jemals jemanden. Die Grüne ohne Abschluss, die nach 20 Jahren Arbeitslosigkeit in den Bundestag kam, kennt sich nicht besser mit Geologie, Wetterkunde oder Atomphysik aus als Sie. Der Karriere-SPDler, der hauptberuflich sein Portfolio pflegt, ist kein Virologe. Und der CSUler, der seine Zeit in der Politik mit fetischhaftem Wurstgefresse verbringt, schützt Sie nicht vor Saddam Hussein. Deutsche Journalisten können grundsätzlich ihren eigenen Hintern nicht mit beiden Händen finden und haben das Allgemeinwissen eines Goldfisches.
In Wirklichkeit sind das alles Vollversager, wenn tatsächliche Katastrophen eintreten. Als das Ahrtal von einer Flut bedroht war, warnte niemand und über Hundert starben. Bis heute, Jahre später, ist dort noch nicht wieder alles hergestellt und die Menschen entschädigt. Als 2015 Flüchtlingsströme auf die deutsche Grenze zurollten, standen alle nur mit schafsdummen Gesichtern da, schauten zu und klatschten ein bisschen aus Verlegenheit. Als während und nach der Ampelregierung ein Massensterben deutscher Unternehmen einsetzte, war die Folgeregierung Merz schlicht zu blöde und ungebildet, um zu verstehen, dass dies hauptsächlich wegen der enormen Energiepreise geschieht und über Nacht lösbar wäre.
Die deutsche Politik und Journalismus leben von der inszenierten Katastrophe, bei echten versagen sie.
Machen Sie einfach nicht mehr mit und haben Sie keine Angst!



