Indiens Vergeltung für Pahalgam vom 6. Mai 2025
Am Morgen des 6. Mai 2025 startete Indien eine groß angelegte militärische Operation gegen Terrorcamps in Pakistan und dem von Pakistan verwalteten Teil Kaschmirs. Die Aktion mit dem Codenamen „Operation Sindoor“ umfasste Luftschläge und Raketenangriffe auf insgesamt neun Ziele, die laut indischer Regierung als Trainingslager terroristischer Gruppen dienen. Die Operation war eine direkte Reaktion auf den Terroranschlag in Pahalgam vom 22. April, bei dem 26 hinduistische Zivilisten von islamistischen Terroristen brutal ermordet wurden.
Die Angriffsziele waren:
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Bahawalpur, etwa 100 km von der internationalen Grenze entfernt gelegen. Es ist das Hauptquartier der Jaish-e-Mohammed (JeM).
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Muridke, etwa 30 km von der Grenze gegenüber Samba entfernt. Dort befindet sich ein Lager der Lashkar-e-Taiba (LeT).
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Gulpur, etwa 35 km von der Kontrolllinie (LoC) im Poonch-Rajouri-Sektor entfernt.
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LeT-Lager in Sawai, etwa 30 km innerhalb von Pakistanisch verwaltetem Kaschmir (PoK), im Tangdhar-Sektor.
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Bilal Camp, ein Startpunkt („Launchpad“) der Jaish-e-Mohammed.
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LeT-Lager in Kotli, etwa 15 km von der LoC entfernt, gegenüber von Rajouri.
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Barnala-Lager, etwa 10 km von der LoC entfernt, gegenüber von Rajouri.
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Sarjal-Lager, ein Jaish-e-Mohammed-Lager etwa 8 km von der internationalen Grenze entfernt, gegenüber von Samba-Kathua.
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Mehmoona-Lager, etwa 15 km von der internationalen Grenze entfernt, nahe Sialkot. Dort befindet sich ein Ausbildungslager der Hizbul Mujahideen (HM).
Laut indischen Militärkreisen wurden die Ziele präzise ausgewählt und mit hoher Treffsicherheit zerstört. Gleichzeitig betonte die Regierung in Neu-Delhi, dass es sich nicht um einen Angriff auf pakistanische Militärstellungen, sondern auf Terrorinfrastruktur handle.
Pakistan reagierte scharf: Die Regierung in Islamabad sprach von einem „Akt des Krieges“. Fünf indische Kampfflugzeuge seien abgeschossen worden, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Entlang der Line of Control (LoC) kam es im Anschluss an die Operation zu heftigen Artilleriegefechten, die bis in die Nacht andauerten. Der Luftraum wurde beidseitig gesperrt, Diplomaten ausgewiesen und der bilaterale Handel erneut vollständig eingestellt.

Internationale Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. UN-Generalsekretär António Guterres rief beide Staaten zur Zurückhaltung auf, während US-Präsident Donald Trump die Angriffe als „Schande“ bezeichnete und Pakistan zur Mäßigung aufforderte. Die Weltgemeinschaft befürchtet eine weitere Eskalation zwischen den beiden Atommächten.
Hintergrund: Der Terroranschlag in Pahalgam
Am 22. April 2025 griffen schwerbewaffnete Terroristen eine Gruppe hinduistischer Touristen in der Nähe der Baisaran-Wiese bei Pahalgam im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir an. Die Täter gingen mit äußerster Brutalität vor, identifizierten gezielt hinduistische Opfer und verschonten muslimische Mitreisende. Insgesamt 26 Menschen wurden getötet, darunter auch ein Tourist aus Nepal.
Hinter dem Anschlag steht die Gruppe „The Resistance Front“ (TRF), ein Ableger der pakistanischen Terrororganisation Lashkar-e-Taiba (LeT). Indische Geheimdienste machten Pakistan erneut für die Unterstützung und Finanzierung solcher Gruppen verantwortlich. Ziel des Anschlags war offenbar, Unruhe in der Region zu stiften und kommunale Spannungen in Indien zu verschärfen.
Der Angriff war der schwerste in der Region seit über einem Jahrzehnt und stellte einen Wendepunkt in der indischen Sicherheitspolitik dar. Premierminister Narendra Modi kündigte noch am selben Tag eine entschlossene Antwort an. Die anschließende „Operation Sindoor“ ist nun die praktische Umsetzung dieses Versprechens.

Die Vorgeschichte: Terror in Indien seit 2013
Indien hat in den vergangenen zehn Jahren immer wieder islamistisch motivierte Anschläge erlebt, insbesondere in der Konfliktregion Jammu und Kashmir. Seit 2013 wurden landesweit 14 größere Terroranschläge registriert, bei denen insgesamt 154 Menschen getötet und 462 verletzt wurden.
| Jahr | Anschläge | Todesopfer | Verletzte |
|---|---|---|---|
| 2013 | 2 | 24 | 200 |
| 2014 | 1 | 2 | 26 |
| 2015 | 1 | 2 | 15 |
| 2016 | 2 | 22 | 50 |
| 2017 | 1 | 7 | 20 |
| 2018 | 1 | 5 | 10 |
| 2019 | 1 | 40 | 35 |
| 2020 | 1 | 3 | 10 |
| 2021 | 1 | 5 | 12 |
| 2022 | 1 | 2 | 8 |
| 2023 | 1 | 7 | 15 |
| 2024 | 1 | 9 | 41 |
| 2025 | 1 | 26 | 20 |
Der Großteil der Anschläge konzentrierte sich auf die Region Jammu und Kashmir. Gruppen wie Jaish-e-Mohammad, Lashkar-e-Taiba und deren Tarnorganisationen wie TRF operieren seit Jahren mit Rückendeckung aus Pakistan. Das indische Innenministerium und Geheimdienste werfen dem pakistanischen Geheimdienst ISI vor, diese Gruppen logistisch und finanziell zu unterstützen.
Bereits 2019 hatte ein Anschlag in Pulwama mit 40 toten indischen Sicherheitskräften zu einer massiven militärischen Reaktion geführt. Seitdem war es relativ ruhig geblieben, doch die Ereignisse im April und Mai 2025 zeigen: Die Lage kann jederzeit eskalieren.

Fazit
Indien hat mit „Operation Sindoor“ eine militärische Reaktion auf den Terroranschlag von Pahalgam geliefert, die weitreichende Konsequenzen nach sich zieht. Der Konflikt mit Pakistan ist neu entfacht. Es bleibt offen, ob es sich um einen einmaligen Schlag handelte oder ob weitere militärische Auseinandersetzungen folgen. Klar ist: Der jahrzehntelange Konflikt um Kaschmir bleibt ein Pulverfass, das jederzeit explodieren kann.
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