Überraschungsangriff in der Nacht
In den frühen Morgenstunden des 13. Juni 2025 griff Israel in einer koordinierten Überraschungsaktion Ziele im gesamten Iran an. Gegen etwa 3 Uhr morgens Ortszeit starteten Dutzende Kampfjets der israelischen Luftwaffe (IAF) in mehreren Wellen zu Präzisionsluftschlägen timesofisrael.com. Zeitgleich führten israelische Spezialeinheiten und der Geheimdienst Mossad verdeckte Sabotageaktionen tief im iranischen Territorium durch, um gegnerische Luftabwehrstellungen und Raketenanlagen zu neutralisieren. Die israelische Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu hatte den Einsatz unter dem Codenamen „Operation Rising Lion“ vorbereitet und kurz zuvor als präventiven Schlag gegen eine angeblich unmittelbar drohende Gefahr aus Iran genehmigt. Netanjahu bezeichnete den Moment als „entscheidenden Punkt in der Geschichte unseres Landes“, da man nun entschlossen gegen Teherans Regime vorgehe, um das Überleben Israels zu sichern. Israel rief umgehend den Notstand im eigenen Land aus und sperrte seinen Luftraum, während die Bevölkerung aufgefordert wurde, sich auf mögliche Gegenangriffe einzustellen.
Ziele: Irans Atomprogramm und Militärführung
Hauptziel der Angriffe war das iranische Atomprogramm in all seinen Facetten. Laut israelischer Darstellung wurden unterirdische Urananreicherungsanlagen, insbesondere das bekannte Nuklearzentrum Natanz, massiv bombardiert. Augenzeugen und iranische Staatsmedien berichteten von mehreren Explosionen in Natanz, wo Irans zentrales Urananreicherungswerk liegt, sowie von Detonationen in der Umgebung der Hauptstadt Teheran timesofisrael.com. Netanjahu und das iranische Staatsfernsehen bestätigten, dass Natanz eines der primären Ziele war – dort stiegen dichte Rauchwolken auf, wie Live-Aufnahmen im iranischen TV zeigten. Über das Ausmaß der Zerstörungen in Natanz machten iranische Stellen zunächst keine detaillierten Angaben, zeigten aber Bilder von Feuer und Rauch über der Anlage. Neben Natanz soll auch das zweite große unterirdische Nuklearzentrum Fordo ins Visier genommen worden sein (offizielle Bestätigungen dafür standen noch aus). Darüber hinaus traf die IAF eine Vielzahl weiterer militärischer Einrichtungen: Fabriken zur Herstellung von ballistischen Raketen und Drohnen, Munitionslager sowie Führungszentralen der Revolutionsgarden (IRGC).
Auch im Großraum Teheran gab es heftige Einschläge. Ziel war offenbar die Ausschaltung der iranischen Militärführung: Das Hauptquartier der Revolutionsgarden in Teheran wurde nach iranischen Angaben getroffen, und in mehreren Stadtteilen der Hauptstadt schlugen Raketen ein. Dabei wurden laut der offiziellen Nachrichtenagentur IRNA auch Wohngebäude beschädigt; iranische Medien meldeten den Tod mehrerer Zivilisten, darunter auch Kinder, in einem betroffenen Wohnviertel. Unabhängige Bestätigungen dieser zivilen Opfer lagen zunächst nicht vor. Videos und Bilder in sozialen Netzwerken zeigten jedoch brennende Gebäude, etwa im nördlichen Teheraner Stadtteil Farahzad, was auf Kollateralschäden in bewohnten Gebieten hindeutet. Israel betonte indes, man habe eine „präzise Offensive“ durchgeführt, die sich gezielt gegen militärische und nukleare Objekte gerichtet habe, um iranische Zivilopfer möglichst zu vermeiden. Insgesamt flogen den israelischen Streitkräften zufolge über 200 Kampfflugzeuge mehr als 100 Ziele im ganzen Iran an und setzten dabei über 330 Präzisionsbomben und Raketen ein breitbart.com. Dass Israel derart entfernte Ziele überhaupt erreichen konnte, galt lange als schwierig – doch offenbar hatten tankende Begleitflugzeuge oder geheim vorbereitete Zwischenstopps eine ausreichende Reichweite ermöglicht.

Ausschaltung hochrangiger iranischer Führungsfiguren
Ein zentrales Element des Angriffs war die gezielte Tötung iranischer Spitzenmilitärs und Nuklearwissenschaftler. Bereits in den ersten Minuten der Offensive wurde der Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden, General Hossein Salami, durch einen Schlag in Teheran eliminiert. Salami war einer der mächtigsten Männer des Regimes und galt als Hardliner, der regelmäßig mit Vernichtungsschlägen gegen Israel und die USA gedroht hatte. Der Schlag traf die iranische Führung ins Mark: Neben Salami wurden weitere Generäle getötet, unter ihnen offenbar General Gholam Ali Raschid vom IRGC und der Leiter des iranischen Generalstabs Mohammad Bagheri. (Israel vermeldete Bagheris Tod als wahrscheinlich, während iranische Stellen später andeuteten, er sei am Leben und koordiniere die Antwort im „Kriegsraum“ in Teheran.) Ebenfalls ausgeschaltet wurde der Chef des iranischen Krisen- und Notfallkommandos – eine Art Heimatverteidigungs-Kommandant – wie israelische Sprecher mitteiltenfoxnews.com.
Israel zielte nicht nur auf Militärs, sondern auch auf Schlüsselfiguren im Atomprogramm. Mehrere führende Nuklearwissenschaftler kamen bei den simultanen Angriffen ums Leben. So bestätigten Irans staatliche Medien den Tod von Fereydoun Abbasi-Davani, einem renommierten Atomphysiker und früheren Chef der Atomenergieorganisation Irans.Er wurde demnach in einem gezielten Anschlag getötet – laut Berichten starben auch seine Frau und sein Kind bei dem Angriff. Ebenfalls getötet wurde Mohammad Mehdi Tehranchi, ein hochrangiger Nuklearwissenschaftler und Universitätsdekan.Weitere Experten wie Dr. Abdulhamid Minouchehr und Prof. Ahmadreza Zolfaghari – beide an der Fakultät für Kerntechnik der Shahid-Beheshti-Universität tätig – sollen nach Informationen iranischer Quellen ebenfalls „eliminiert“ worden sein jpost.com. Die gleichzeitige Neutralisierung so vieler führender Köpfe innerhalb von Minuten war offenbar sorgfältig vorbereitet: Ein israelischer Verteidigungsbeamter erklärte gegenüber Army Radio, man habe die iranische Führung und Nuklearexperten in einem einzigen Eröffnungsschlag getroffen, der in seiner Präzision beispiellos gewesen sei. „Was wir innerhalb von zehn Minuten gegen Iran erreicht haben, entspricht dem, wofür wir im Krieg gegen die Hisbollah zehn Tage brauchten“, zog der Beamte einen dramatischen Vergleich. Diese Aussagen unterstreichen aus israelischer Sicht die Wirksamkeit und Überraschung der Aktion: Offenbar wurde die iranische Seite tatsächlich kalt erwischt. Bereits seit dem Vorjahr hatte Israel in Reaktion auf iranische Raketenangriffe schrittweise die gegnerische Flugabwehr geschwächt; viele der von Russland gelieferten Boden-Luft-Raketenbatterien Irans waren durch frühere Gefechte ausgeschaltet oder beschädigt worden.Entsprechend gering fiel nun der Abfangwiderstand aus der iranischen Luftabwehr aus – zahlreiche Angriffsziele konnten ungehindert getroffen werden.
Irans verzögerte Drohnen-Vergeltung
Teheran reagierte zunächst mit Verwunderung und Schock auf den massiven Angriff, setzte jedoch wenige Stunden später zu einer eigenen Vergeltungsaktion an. Am Vormittag des 13. Juni bestätigte der Sprecher der israelischen Armee, Brigadegeneral Effie Defrin, dass der Iran über 100 bewaffnete Drohnen in Richtung Israel gestartet habe. Diese unbemannten Fluggeräte – vermutlich vom Typ Shahed oder ähnliche Modelle – wurden offenbar von iranischem Territorium oder möglicherweise auch vom Irak aus losgeschickt und sollten israelische Ziele treffen. Defrin betonte, die Drohnen würden aufgrund ihrer langsamen Geschwindigkeit einige Stunden bis nach Israel benötigen, sodass man Zeit habe, Gegenmaßnahmen einzuleiten jpost.com. Tatsächlich waren die israelischen Luftverteidigungskräfte, einschließlich des Iron-Dome-Abwehrsystems, bereits in höchster Alarmbereitschaft. Über ganz Israel ertönten vorsorglich Luftschutzsirenen, um die Bevölkerung auf die drohende Gefahr einzustimmen und in die Schutzräume zu geleiten.
Laut Defrin arbeiteten die israelischen Streitkräfte intensiv daran, die anfliegenden Drohnen auf ihrem Weg abzufangen, bevor sie israelisches Gebiet erreichen könnten.Fox-News-Korrespondenten berichteten unter Berufung auf Geheimdienstquellen, dass es 1–2 Stunden dauern könnte, bis die Drohnenschwärme die israelische Grenze erreichen foxnews.com. Die Möglichkeit, dass der Iran zusätzlich ballistische Raketen abfeuern würde, konnte nicht ausgeschlossen werden – man rechnete sogar damit, dass zeitgleich Raketenangriffe stattfinden könnten, um Israels Abwehr zu überlasten. Bereits im April 2024 hatte Iran in einer ähnlichen Vergeltungsaktion Hunderte Drohnen und Raketen zugleich auf Israel gefeuert; damals konnten nahezu alle abgefangen werden breitbart.com. Israel richtete sich nun erneut auf einen solchen kombinierten Angriff ein. Über die Ergebnisse der Abfangmaßnahmen am 13. Juni wurde zunächst wenig bekannt. Bis zum Abend vermeldete die IDF jedoch, dass ein Großteil der Drohnen entweder weit vor der israelischen Küste abgefangen oder aufgrund technischer Probleme abgestürzt sei. Einschläge auf israelischem Gebiet wurden in den ersten Stunden nach Start der Drohnen nicht gemeldet.
Iran seinerseits zeigte sich entschlossen, Israels Angriff „nicht ungesühnt“ zu lassen. Revolutionsführer Ayatollah Ali Chamenei verurteilte den israelischen Angriff als „verbrecherische Tat der satanischen zionistischen Hände“ und gelobte „eine schwere Bestrafung“ für Israel Chamenei drohte, der „mächtige Arm der Islamischen Republik“ werde die Israelis für diese Tat büßen lassen, und prophezeite dem jüdischen Staat ein „bitteres, schmerzvolles Schicksal“. Auch die Revolutionsgarden schworen in ersten Stellungnahmen „Blut für Blut“ und kündigten eine komplexe, mehrstufige Antwort an. Iranische Regierungsstellen erklärten zudem, man werde sich bis auf Weiteres aus allen nuklearen Verhandlungen zurückziehen – geplante Gespräche mit den USA am kommenden Sonntag seien abgesagt jpost.com. Der Angriff habe sämtliche diplomatischen Bemühungen obsolet gemacht, hieß es auf iranischem Staatsfernsehen. Somit war eine unmittelbare Folge der Eskalation, dass die ohnehin fragilen Atomgespräche zwischen Washington und Teheran komplett auf Eis lagen. Teheran drohte im Gegenteil, nun erst recht sein Nuklearprogramm zu beschleunigen, anstatt es einzufrieren, und sprach von einer „starken und komplexen Antwort“ auf militärischer Ebene. Ungeachtet dieser martialischen Rhetorik blieb zunächst unklar, zu welchen weiteren Schritten Iran tatsächlich fähig und bereit war: Seine Luftwaffe und Flugabwehr lagen zum großen Teil am Boden, viele Raketenstellungen waren zerstört, und seine wichtigsten regionalen Stellvertreter (etwa die Hamas in Gaza und die Hisbollah im Libanon) waren durch zurückliegende Konflikte bereits geschwächt. Beobachter spekulierten, dass Iran möglicherweise versuchen könnte, amerikanische Ziele oder Verbündete in der Region ins Visier zu nehmen, um indirekt Vergeltung zu üben. Die US-Zentralcommand (CENTCOM) versetzte denn auch seine Truppen in Nahost in erhöhte Alarmbereitschaft, um auf etwaige iranische Angriffe – etwa gegen US-Stützpunkte im Irak oder Syrien – reagieren zu können.
Israels Begründung: „Existenzielle Bedrohung“ abwenden
Die israelische Regierung rechtfertigte den Präventivschlag mit der unmittelbaren Gefahr, die von Irans Atomprogramm ausgehe. Offizielle Stellen erklärten, Geheimdienstinformationen der letzten Monate hätten gezeigt, dass Teheran kurz davor stehe, die „Point of no Return“ in der Entwicklung einer Atombombe zu erreichen. Der Iran habe mittlerweile genügend hoch angereichertes Uran angesammelt, um mindestens 10 bis 15 Atomsprengköpfe zu bauen, so die Einschätzung des israelischen Militärgeheimdienstes. Netanjahu bezifferte das vorhandene Material in einer Ansprache auf „Uran für neun Atombomben“ und betonte, Iran habe in den letzten Monaten „Schritte unternommen, die es so noch nie getan hat, um dieses Uran zur Waffe zu machen“ Dies deckt sich mit Warnungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die kurz vor dem Angriff in einem Bericht eine dramatische Beschleunigung der iranischen Urananreicherung festgestellt hatte Zudem, so Israel, arbeite Teheran verdeckt an der Komplettierung aller nötigen Komponenten einer Kernwaffe. „Die IDF deckt hiermit erstmals auf, dass das iranische Regime einen geheimen Plan vorantreibt, um alle Teile für die Entwicklung einer Atomwaffe fertigzustellen“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des israelischen Militärs. Hochrangige Wissenschaftler hätten heimlich an Sprengköpfen, Zündern und Trägersystemen geforscht – ein Programm, das sich zuletzt stark beschleunigt habe „In den letzten Monaten hat dieses Programm erheblich an Tempo zugelegt und das Regime deutlich näher an den Erwerb einer Kernwaffe gebracht“, so die israelische Erklärung weiter breitbart.com.
Netanjahu betonte in seiner Ansprache an die Nation, man habe „keine Wahl“ mehr gehabt: Alle diplomatischen Wege seien ausgeschöpft, während Teheran konsequent jede Abmachung gebrochen habe „Der Iran hat über Jahrzehnte nach der Atombombe gestrebt – die Welt hat alles versucht, es auf diplomatischem Wege zu verhindern, doch das Regime weigert sich, aufzuhören“, erklärte das israelische Militär in einem Statement zum Angriff „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird es kein später mehr geben“, warnte Netanjahu dramatisch. Er zeichnete das Szenario, dass Israel in wenigen Monaten einer nuklear bewaffneten iranischen Theokratie gegenüberstehen könnte – eine „klare und gegenwärtige Gefahr für das Überleben Israels“. Angesichts dessen habe man „heute gehandelt, um morgen zu existieren“. Netanjahu zog in seiner Rede historische Vergleiche und sagte, „‘Never Again’ ist jetzt“, in Anspielung auf die Lehre, potenziellen Völkermordprävention aus der Geschichte des Holocaust ernst zu nehmen Israel werde nicht zulassen, dass ein Regime, das offen seine Vernichtung anstrebt, in den Besitz von Massenvernichtungswaffen gelangeb. Die militärische Operation sei daher ein Akt der Selbstverteidigung im letzten Moment gewesen. Zusätzlich wies man auf Irans konventionelle Aufrüstung hin: Teheran habe hunderte ballistische Raketen stationiert, die Israel binnen Minuten erreichen könnten – langfristig sei ein Arsenal von 20.000 Raketen geplant gewesen, das es nun zu zerstören geltetimesofisrael.com. Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, formulierte es so: „Wenn die Welt schweigt – handelt Israel“. Er appellierte an die internationale Gemeinschaft, sich hinter Israel zu stellen angesichts eines Regimes, das „offen zum Völkermord an Israel aufruft und zugleich heimlich an der Nuklearwaffe baut“
Verlauf und angewandte Taktiken
Der Einsatzablauf war minutiös geplant und kombinierte verschiedene militärische Mittel. Kurz nach 3 Uhr schlugen die ersten Präzisionsbomben in ihren Zielen ein, zeitgleich wurden an verschiedenen Orten Sabotageakte verübt. Die erste Angriffswelle richtete sich offenbar vor allem gegen Luftabwehr- und Radaranlagen, um ein iranisches Abwehrfeuer im Keim zu ersticken. Zeitgleich wurden zentralisierte Kommandozentralen ins Visier genommen – so erfolgten bspw. Schläge gegen den Generalstab in Teheran und IRGC-Führungstreffpunkte, um die Kommunikation und Koordination der iranischen Verteidigung zu lähmen timesofisrael.com. In den darauf folgenden Wellen zwei bis fünf griffen israelische Jets dann die Nuklearanlagen und Raketensilos an, gefolgt von Ölraffinerien und Infrastruktur, um dem Regime auch wirtschaftlich zu schaden. Insgesamt soll es fünf Wellen von Luftangriffen gegeben haben, die sich über mehrere Stunden bis in den Morgen zogen Involviert waren neben F-16- und F-15-Kampfjets offenbar auch F-35-Tarnkappenflugzeuge, die aufgrund ihrer Reichweite und Stealth-Eigenschaften eine Schlüsselrolle gespielt haben dürften. Unterstützt wurde der Luftangriff durch Drohnenaufklärung sowie möglicherweise durch Cyber-Angriffe, um iranische Frühwarnsysteme zu stören – hierzu äußerte sich Israel allerdings nicht offiziell.
Ein Novum war die gemeldete direkte Beteiligung des Mossad an der militärischen Operation: Der israelische Geheimdienst soll laut dem Journalisten Barak Ravid nahezu zeitgleich Sabotagekommandos in Iran eingesetzt haben, um Flugabwehrstellungen und Raketenbasen von innen heraus unschädlich zu machen timesofisrael.com. Diese Kombination aus äußerem Luftschlag und innerer Sabotage könnte erklären, warum Irans oft propagierte, moderne russische Luftabwehr scheinbar kaum reagierte: Viele Systeme waren möglicherweise offline oder zerstört, noch bevor sie aktiv werden konnten. Zudem hatte Israel sich seit Monaten auf ein solches Szenario vorbereitet. Es wurde berichtet, dass Spezialkräfte bereits zuvor infiltriert hatten und auf das Startsignal warteten. Gleichzeitig war die israelische Heimatfront umfassend vorbereitet: Noch in der Nacht wurden im ganzen Land Einheiten der Zivilverteidigung mobilisiert, in der Erwartung eines iranischen Gegenschlags. Im Westjordanland verhängte die Armee vorsorglich eine Ausgangssperre über alle palästinensischen Städte, um mögliche Unruhen zu verhindern. Auch der Luftraum Jordaniens – Israels Nachbar im Osten – wurde aus Sorge vor irrenden Raketen oder Drohnen vorsorglich gesperrt; Amman ließ alle Flüge über sein Territorium stoppen, um „jegliches Risiko infolge der regionalen Eskalation“ zu minimieren.
Die Operation Rising Lion wurde von israelischen Offiziellen als erster Schritt einer längeren Kampagne beschrieben. „Diese Operation wird so viele Tage fortgesetzt, wie nötig“, erklärte Netanjahu und deutete an, dass weitere Angriffe folgen könnten. Israel signalisierte also die Bereitschaft, erneut zuzuschlagen, sollten iranische Einrichtungen weiterarbeiten oder sollte Teheran Vergeltung üben. Allerdings betonte man zugleich, dass dies kein Krieg gegen das iranische Volk sei. Netanjahu wandte sich sogar in einer separaten Botschaft direkt an die iranische Bevölkerung und rief sie auf, „gegen ihre Unterdrücker aufzustehen“. Er erinnerte daran, dass Iran einst – zur Zeit des Schahs – den Atomwaffensperrvertrag unterstützt habe, und stellte das heutige Regime als Feind sowohl der Iraner als auch des Weltfriedens dar. Der im Exil lebende ehemalige Kronprinz von Iran, Reza Pahlavi, pflichtete dem bei und erklärte, die „einzige Lösung“ sei der Sturz der Islamischen Republik durch das iranische Volk selbst.
Verluste und Schäden
Auf iranischer Seite sind die Verluste gravierend. Nach jetzigem Kenntnisstand wurden Dutzende Angehörige der Führungselite getötet oder verletzt. Bestätigt ist der Tod des IRGC-Kommandeurs Salami, womöglich auch der des Generalstabschefs Bagheri (dieser wurde zumindest von Israel als „eliminiert“ gemeldet timesofisrael.com). Mehrere weitere Generäle und hohe Offiziere – darunter der Kommandeur der iranischen Luftwaffe und regional verantwortliche Revolutionsgardisten – sollen ebenfalls getroffen worden sein, auch wenn die Namen teils noch unklar sind. Mit der Tötung von mindestens zwei führenden Nuklearwissenschaftlernhat Iran zudem einen herben Schlag gegen sein Atomprogramm hinnehmen müssen: Fereydoun Abbasi-Davani war eine Schlüsselfigur im Nuklearbereich; sein Verlust, ebenso wie der von Tehranchi und weiteren Experten, dürfte die Forschungsarbeiten erheblich zurückwerfen. Hinzu kommen materielle Schäden: Erste Satellitenbilder deuten an, dass in Natanz mehrere Gebäude und vermutlich Zentrifugenhallen schwer beschädigt oder zerstört wurden. Sollte auch Fordo getroffen worden sein, könnte das dortige unterirdische Anreicherungswerk ebenfalls Schaden genommen haben, wenngleich unklar bleibt, ob Israel die tief verbunkerten Anlagen völlig zerstören konnte. Daneben wurden wohl einige Raketensilos und Fabriken dem Erdboden gleichgemacht – Israel spricht von einem „verheerenden Schlag“ gegen Irans Raketenprogramm. Selbst Ölraffinerien blieben nicht verschont; Berichte erwähnen Brände in mindestens zwei iranischen Raffinerie-Komplexen, was die Ölproduktion temporär beeinträchtigen könnte breitbart.com.
Auf israelischer Seite gab es nach Angaben der Regierung keine direkten Verluste. Da der Angriff aus der Distanz per Luftwaffe und Drohnen erfolgte, waren keine israelischen Bodentruppen im Iran eingesetzt, die hätten zu Schaden kommen können. Auch alle Jets kehrten den Berichten zufolge sicher zu ihren Basen zurück. Allerdings befand sich Israel den ganzen 13. Juni über im Zustand erhöhter Alarmbereitschaft. Schulen und nicht wesentliche Arbeitsstätten blieben geschlossen, und die Bevölkerung im Norden und in der Mitte des Landes verbrachte Stunden in Bunkern oder Schutzräumen aus Furcht vor Vergeltungsschlägen. Der Luftverkehr in Israel war komplett eingestellt; ausländische Flüge wichen teils nach Zypern und Griechenland aus. Im Laufe des Tages wurde bekannt, dass die US-Botschaft in Israel alle amerikanischen Diplomatenfamilien angewiesen hatte, bis auf Weiteres Schutz zu suchen bzw. in sicheren Zonen zu bleiben.
In den Nachmittagsstunden kam es dann doch noch zu gefährlichen Situationen: Einige iranische Drohnen schafften es trotz Abfangbemühungen, bis in den israelischen Luftraum vorzudringen. Über der Wüste im Süden Israels wurden zwei Eindringlinge von F-35-Kampfjets abgeschossen, teilte die IDF mit. Trümmer einer Drohne gingen in unbewohntem Gebiet nieder. Zudem wurde in der Nähe von Haifa an der Küste eine Explosion gehört – ob sie von einer abgeschossenen Drohne oder möglicherweise einer weitreichenden Rakete stammte, war zunächst unklar. Glücklicherweise gab es dabei keine Opfer und nur geringfügige Sachschäden. Insgesamt scheint die iranische Vergeltung – Stand jetzt – keine israelischen Menschenleben gefordert zu haben, während Teheran umgekehrt schwer getroffene Spitzen und Infrastruktur beklagt. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da Folgeschläge oder asymmetrische Reaktionen (z.B. durch Cyberangriffe oder Anschläge via verbündete Milizen) jederzeit möglich sind.
Reaktionen in Israel und den USA
In Israel selbst wurde der Schlag gegen Iran von der Regierungskoalition einhellig begrüßt. Premier Netanjahu erklärte am Morgen vor der Knesset, Israel habe „in einer mutigen und beispiellosen Aktion“ seine Existenz verteidigt. „Möge Gott die Kräfte der Zivilisation segnen“, sagte Netanjahu pathetisch und lobte die Tapferkeit der israelischen Piloten sowie die Entschlossenheit der Bevölkerung. Zugleich mahnte er die Bürger, weiterhin wachsam zu bleiben, da man „schwierige Tage“ vor sich habe. Verteidigungsminister Joav Galant sprach von einem „gewaltigen Erfolg“, warnte aber, Iran könne auf indirekte Weise zurückschlagen, etwa durch Terrorgruppen in der Region. Auch Oppositionsführer Benny Gantz (ehemals Generalstabschef) stellte sich hinter die Operation und erklärte, dies sei „die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit“ gewesen. Innerhalb Israels gab es also – zumindest kurzfristig – so etwas wie einen politischen Schulterschluss in dieser sicherheitskritischen Frage.
In den USA fielen die Reaktionen gemischt aus. Präsident Donald Trump bestätigte, dass er im Voraus über die israelischen Pläne informiert gewesen sei. Er habe Netanjahu in den Tagen vor dem Angriff mehrfach gesprochen, so das Weiße Haus. Trump betonte öffentlich, die USA seien nicht aktiv an dem Militärschlag beteiligt gewesen. Washington habe Israel aber auch nicht aufgehalten: „Israel hat uns versichert, dass es zu seiner Selbstverteidigung handelt“, ließ Außenminister Marco Rubio verlauten. Rubio stellte klar: „Unsere oberste Priorität ist der Schutz der amerikanischen Kräfte in der Region. Iran sollte es wagen, weder US-Personal noch -Interessen ins Visier zu nehmen“. Tatsächlich hatte die US-Regierung vorsorglich begonnen, nicht-essentielles Botschaftspersonal aus dem Irak abzuziehen und auch den Abzug von Angehörigen aus der US-Basis in Bahrain zu erlauben breitbart.com. Präsident Trump selbst zeigte Verständnis für Israels Handeln, betonte aber, er bevorzuge weiterhin eine diplomatische Lösung mit Iran, falls möglich. In einem Interview mit Fox News sagte Trump: „Iran darf keine Atombombe haben, und wir hoffen immer noch, an den Verhandlungstisch zurückzukehren“. Zugleich merkte er an, dass es nun „einige Leute in der Führung gibt, die nicht zurückkehren werden“ – ein indirekter Hinweis darauf, dass die Angriffe iranische Spitzenpersönlichkeiten getötet habenj. Im Weißen Haus berief Trump für Freitagvormittag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein, um das weitere Vorgehen zu beraten. Zwar schloss er ein direktes Eingreifen der US-Streitkräfte aus, doch CENTCOM und die amerikanischen Einheiten in und um den Persischen Golf blieben in erhöhter Alarmbereitschaft, um im Falle iranischer Angriffe (etwa auf US-Schiffe oder Verbündete) reagieren zu können foxnews.com.
Innerhalb der amerikanischen Politik sorgte der israelische Alleingang auch für kontroverse Töne. Einige demokratische Oppositionspolitiker verurteilten den Angriff scharf: Senator Jack Reed aus Rhode Island bezeichnete das Vorgehen Israels als „rücksichtlose Eskalation“, die den gesamten Nahen Osten in Brand setzen könne. Reed kritisierte, die Luftschläge gefährdeten unschuldige Zivilisten und die Stabilität der Region – er forderte umgehend Zurückhaltung von allen Seiten und drängte Präsident Trump, auf Deeskalation zu pochen. In eine ähnliche Richtung äußerte sich auch der britische Premierminister (und Parteifreund der US-Demokraten) Keir Starmer, der „äußerste Besorgnis“ über die Meldungen ausdrückte und mahnte, „Eskalation nützt niemandem“. Zugleich gab es in Washington jedoch auch Stimmen der Unterstützung für Israel. Einige republikanische und auch demokratische Abgeordnete stellten sich demonstrativ hinter das Recht Israels auf Selbstverteidigung. So lobte etwa Senator Ted Cruz (R-TX) Israels Entschluss als „leider unausweichlich geworden“ durch Irans eigenes Verhalten und meinte, Teheran habe „die unvermeidlichen Schläge selbst provoziert“. Überraschend deutlich stellte sich auch der demokratische Senator John Fetterman hinter Israel: Er erklärte via Social Media, Israel solle „weiterhin die iranische Führung und das nukleare Personal ausschalten“, bis die Bedrohung vollständig gebannt sei breitbart.com. Diese parteiübergreifende Rückendeckung im Kongress dürfte Trump den Rücken stärken, falls er weitere Unterstützungsschritte für Israel beschließt.
Internationale Reaktionen und Folgen
Der israelische Präventivschlag – und die darauf folgende iranische Drohnenoffensive – riefen weltweit angespannte Reaktionen hervor. Russland als Verbündeter Irans verurteilte den Angriff erwartungsgemäß scharf. Das Außenministerium in Moskau sprach von einer „inakzeptablen Verletzung der Souveränität Irans“ und forderte Israel auf, „jede weitere militärische Aggression sofort einzustellen“. Man warf den USA indirekt vor, den Konflikt angeheizt zu haben. Präsident Wladimir Putin telefonierte laut Kreml-Angaben noch am selben Tag mit Irans Präsident und versprach „enge Abstimmung“ in internationalen Gremien, um Israel zu verurteilen. – China reagierte eher zurückhaltend, aber deutlich besorgt. Die Regierung in Peking rief „alle Seiten zu maximaler Zurückhaltung“ auf. Gleichzeitig erließ China Reisewarnungen für seine Bürger in der Region: Die chinesische Botschaft in Tel Aviv warnte Landsleute eindringlich vor möglichen Raketen- und Drohnenangriffen in Israel und riet, nicht notwendige Reisen sowie militärische Anlagen weiträumig zu meiden. In Teheran wurden chinesische Staatsbürger ebenfalls aufgerufen, sich von sensiblen Orten fernzuhalten und die Nachrichtenlage genau zu verfolgenreuters.com. Diese Schritte unterstreichen Chinas Sorge vor einer Eskalation, ohne dass Peking jedoch Partei ergreift – man vermied es auffällig, Israel direkt zu verurteilen, und betonte stattdessen die Bedeutung von Diplomatie.
Im arabischen Raum stieß der israelische Angriff auf scharfe Kritik. Besonders deutlich äußerte sich Saudi-Arabien: Riyadh verurteilte die „flagrante israelische Aggression gegen das brüderliche islamische Iran“ auf das Schärfste. Die saudische Regierung sprach von einer Verletzung der Souveränität und forderte die internationale Gemeinschaft – insbesondere den UN-Sicherheitsrat – auf, „diese Aggression unverzüglich zu stoppen“. Auch Oman, das als Vermittler in den Atomgesprächen fungiert hatte, zeigte sich empört: Dieses Vorgehen sei „gefährlich und rücksichtslos“ und verletze fundamentale Prinzipien des Völkerrechts. Oman hielt Israel für die Folgen verantwortlich und warnte, die Eskalation gefährde die gesamte regionale Sicherheit. Indonesien – als größter muslimischer Staat außerhalb der arabischen Welt – schloss sich der Verurteilung an und warnte vor der Gefahr eines „breiteren Konflikts“, sollten weitere Militäraktionen folgen . Ägypten und Jordanien gaben ähnlich lautende Statements ab, die vor einer Destabilisierung der Region warnten. Jordanien ging, wie erwähnt, sogar soweit, aus Sicherheitsgründen seinen Luftraum zu schließen timesofisrael.com. Demgegenüber äußerten sich einige Golfstaaten, die in den letzten Jahren eine Annäherung an Israel gesucht hatten (VAE, Bahrain), zunächst zurückhaltender – sie riefen zwar zur Deeskalation auf, vermieden aber die schärfsten Töne gegenüber Israel. Offenbar befinden sich diese Länder in einem Dilemma zwischen Solidarität mit Iran als islamischem Staat und ihrer Furcht vor einem nuklear bewaffneten Iran.
Die Vereinten Nationen reagierten besorgt. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „besonders beunruhigt“ darüber, dass militärische Gewalt an einem Ort angewendet wurde, wo nukleare Anlagen stehen. Er verurteilte „jede militärische Eskalation im Nahen Osten“ und appellierte an beide Seiten – sowohl Israel als auch Iran – zur äußersten Zurückhaltung, um eine unkontrollierbare Ausweitung des Konflikts zu verhindern. Guterres wies darauf hin, dass gerade Gespräche zwischen den USA und Iran über das Atomprogramm liefen und diese Chance nicht durch Gewalt zunichte gemacht werden dürfe reuters.comreuters.com. Im UN-Sicherheitsrat forderten unterdessen mehrere Mitglieder eine Dringlichkeitssitzung. Großbritannien und Frankreich – beide Vetomächte – zeigten Verständnis für Israels Sicherheitsbedürfnisse, äußerten aber ebenfalls Sorge über die Folgen des Angriffs und riefen zum sofortigen Waffenstillstand.
Weltweit sorgte der Konflikt für erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Insbesondere der Ölmarkt reagierte mit Panik: Die Preise für Rohöl sprangen noch am 13. Juni um rund 9% nach oben – der größte Preissprung innerhalb eines Tages seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges 2022. Die Sorte Brent kletterte zeitweise auf über 78 US-Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit fast fünf Monaten. Händler in Singapur und London begründeten dies mit der Angst, der Konflikt könne Öllieferungen aus dem Persischen Golf beeinträchtigen, etwa durch iranische Aktionen gegen Tanker im Golf oder eine temporäre Schließung der Straße von Hormus. Allerdings blieb es vorerst bei einem präventiven Preisaufschlag („Risk Premium“): Noch war unklar, ob der Ölfluss tatsächlich unterbrochen würde, was stark davon abhing, wie Iran weiter reagiert und ob die USA militärisch eingreifen würden reuters.com. Einige Experten wiesen darauf hin, dass die Ölpreise trotz des Sprungs noch nicht in kritische Höhen geschossen sind – sie blieben unter der psychologisch wichtigen 80-Dollar-Marke. Das deute darauf hin, dass Marktteilnehmer zwar nervös seien, aber offenbar erwarteten, dass der Konflikt kontrollierbar bleibt und Iran keine völlige Eskalation (wie z.B. die Sperrung von Hormus) wagen wird. Dennoch: Fluggesellschaften änderten Routen, die Börsen in Asien und Europa reagierten mit Kursverlusten aufgrund der Unsicherheit, und der Goldpreis zog als sicherer Hafen an. Sollten die Spannungen anhalten oder gar intensiver werden, droht jedoch eine weitere Verschärfung an den Energiemärkten, was die weltweite Inflation erneut anheizen könnte.
Einschätzungen und Ausblick
Militäranalysten in Israel und den USA versuchen nun abzuwägen, wie effektiv der israelische Schlag tatsächlich war – und welches Risiko er birgt. Viele israelische Kommentatoren feiern die Operation als strategischen Erfolg. Der ehemalige Luftwaffenchef Amir Eshel lobte die „chirurgische Präzision“ und meinte, Israel habe Irans atomare Fähigkeiten um Jahre zurückgeworfen. Tatsächlich hat Israel mit einem Schlag sowohl die Hardware (Anlagen, Uranvorräte) als auch die Brainware (Wissenschaftler, Kommandeure) des iranischen Programms getroffen. Dies könnte die Entwicklung einer Atombombe deutlich verzögern. Allerdings betonen Experten, dass Iran einen Teil seiner nuklearen Infrastruktur tief unter Fels und Beton verbunkert hat – es bleibt abzuwarten, inwieweit Anlagen wie Fordo tatsächlich zerstört oder nur beschädigt wurden atlanticcouncil.orgatlanticcouncil.org. Hier könnten in den kommenden Tagen Satellitenaufnahmen und IAEA-Inspektionen Aufschluss geben.
US-Militäranalysten sind zweigeteilt: Einige – vor allem Sicherheitsberater, die Trump nahestehen – verteidigen Israels Vorgehen als „alternativlos“, da ein nuklearer Iran nicht akzeptabel sei. Andere warnen indes vor Übermut. So gibt das Pentagon zu bedenken, dass einige iranische Einrichtungen eventuell nur durch die USA hätten umfassend zerstört werden können, da Washington über bunkerbrechende Bomben verfügt, die Israel nicht hat. Sollte Iran sein Programm also rekonstruieren, könnte über kurz oder lang die Frage im Raum stehen, ob die USA zur Komplettierung des Zerstörungswerks einschreiten müssen. Dies birgt politisch Zündstoff, da Trumps eigene Berater und Teile seiner Anhängerschaft skeptisch sind, ob Amerika in einen direkten Konflikt mit Iran hineingezogen werden sollte. Tatsächlich wurde berichtet, dass einige „America-First“-Vertreter Trump im Vorfeld gewarnt hatten, ein grünes Licht für Israel könne seine Basis spalten breitbart.com. Dieser Aspekt deutet auf potentielle Spannungen in der US-Israel-Politik in Zukunft hin, zumal Trump offenbar bis zuletzt auf eine Verhandlungslösung hoffte und Israel ausdrücklich bat, keinen Angriff während laufender Gespräche zu starten.
Was die Risiken angeht, so bleibt der Nahost-Expertenkonsens, dass Iran irgendwie reagieren muss, um das Gesicht zu wahren – die Frage ist nur wann und wie. Kurzfristig wurden die Drohnen geschickt, doch die blieben wirkungslos. Iran könnte versuchen, über einen längeren Zeitraum asymmetrische Vergeltung zu üben: z.B. Anschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen im Ausland, Cyberattacken, oder auch Attentate auf israelische Persönlichkeiten. Direkte Militärschläge (etwa ein Raketenhagel auf Tel Aviv) gelten als weniger wahrscheinlich, solange die iranischen Fähigkeiten und Luftabwehr so geschwächt sind und die USA schützend hinter Israel stehen. Der Iran hat angekündigt, „einen hohen Preis“ auch von den USA zu fordern atlanticcouncil.org – dies könnte auf Angriffe gegen US-Truppen im Irak oder Syrien hinauslaufen. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen hat Washington ergriffen. Einige Analysten vermuten jedoch, Teheran werde nach einer initialen Phase der Rache eher versuchen, die Sache „auszusitzen“. Vergleichend wird der US-Drohnenangriff auf IRGC-General Qassem Soleimani Anfang 2020 herangezogen: Damals schwor Iran ebenfalls blutige Vergeltung, beschränkte sich dann aber auf einen symbolischen Raketenangriff gegen eine US-Basis ohne Todesopfer. Gut möglich also, dass auch diesmal nach einiger Zeit eine stille Deeskalation einsetzt. Schließlich kann es sich das Regime in Teheran nicht leisten, einen Krieg zu provozieren, den es kaum gewinnen könnte und der seine Rest-Infrastruktur vernichten würde.
Regional hat der Schlag das Kräfteverhältnis spürbar verschoben. Israels Erzfeinde Hamas und Hisbollah sind nach schweren Gefechten 2024 geschwächt, und nun steht auch ihr Sponsor Iran selbst getroffen da. Dies könnte Israels Abschreckung stärken. Allerdings besteht die Gefahr, dass Hardliner in Teheran nun erst recht zu aggressiven Mitteln greifen, da ihre Argumentation bestätigt scheint, dass Israel und der Westen letztlich nur Sprache der Gewalt sprechen (NBC-Korrespondent Richard Engel kommentierte, Israels Aktion habe „die Hardliner Recht behalten lassen“, die immer vor einem Angriff warnten). Diplomatisch sind die Aussichten düster: Ein neues Atomabkommen ist in weite Ferne gerückt, die Gespräche liegen auf Eisj post.com. Stattdessen droht ein neuer Rüstungswettlauf in der Region. Saudi-Arabien etwa könnte seine Überlegungen forcieren, selbst ein Nuklearprogramm aufzulegen, um gegen Iran gewappnet zu sein, falls das iranische Programm nicht komplett zerstört wurde. Positiv gesehen haben israelische und amerikanische Offizielle aber auch betont, dass die Welt „ein sichererer Ort“ sei ohne ein nuklearbewaffnetes Iran. Netanjahu sagte, viele Regierungen weltweit wüssten insgeheim, dass Israel ihnen mit diesem Schlag einen Gefallen getan habe – selbst wenn sie es nicht offen zugeben könnten.
Zusammenfassend hat der 13. Juni 2025 eine neue Realität im Nahen Osten geschaffen. Israel demonstrierte seine Entschlossenheit und Fähigkeit, Irans Atomrüstung notfalls allein mit Gewalt zu stoppen. Iran hat einerseits einen schweren Rückschlag erlitten, andererseits aber auch einen Anlass, seine Feindschaft gegen Israel weiter zu nähren. Die USA stehen vor dem Balanceakt, Israel beizustehen ohne in einen Krieg zu schlittern, und müssen mit den globalen Auswirkungen (Ölpreis, Sicherheit ihrer Truppen) umgehen. Die kommenden Tage und Wochen werden entscheidend sein: Ob es gelingt, eine ungebremste Eskalation zu vermeiden, oder ob sich aus diesem Schlag ein Flächenbrand entwickelt, hängt von den nächsten Schritten aller Akteure ab. Vorerst scheint Israel jedoch sein unmittelbares Ziel erreicht zu haben – es hat Iran nach jahrelanger Drohung tatsächlich empfindlich getroffen und sendet damit eine klare Botschaft an Freund und Feind: „Wenn der Feind sagt, er will uns zerstören – glauben wir ihm, und wenn er die Mittel dazu entwickelt – dann stoppen wir ihn“ timesofisrael.com.


