So würde der Krieg zwischen Deutschland und Russland verlaufen

Krieg zwischen Deutschland und Russland

Von den ersten symbolischen Lieferungen – ein paar Stahlhelme zu Beginn des Krieges – über die schrittweise Abgabe fast sämtlicher Munitionsbestände, Millionen Stücke an Ausrüstung und tausende Panzer, Fahrzeuge, Artillerie-, Radar- und Flugabwehrsysteme ist Deutschland an einem Punkt angelangt, den man sich vor wenigen Jahren kaum vorstellen konnte: Deutsche Politiker fordern inzwischen offen den Fronteinsatz deutscher Soldaten in der Ukraine. Einen Krieg zwischen Deutschland und Russland.

Friedrich Merz (CDU):
„Ein Einsatz deutscher Soldaten zur Friedenssicherung wäre denkbar – allerdings nur mit Parlamentsbeschluss.“

Boris Pistorius (SPD):
„Deutschland könnte nicht unbeteiligt bleiben.“

Annalena Baerbock (Grüne):
„Ich bin offen für die Entsendung von Friedenstruppen in die Ukraine.“

Thomas Röwekamp (CDU):
„Dass deutsche Soldaten ihren Dienst in der Ukraine leisten müssen, halte ich nicht für ausgeschlossen, sondern für wahrscheinlich.“

Patrick Sensburg (CDU):
„Wenn ein Einsatz einer Friedenstruppe unter sinnvollen Bedingungen bevorsteht, sollte Deutschland vorangehen und das größte Kontingent stellen.“

Befriedung, Friedenssicherung, Entsendung von Friedenstruppen sind Begriffe, die alle Krieg bedeuten und zur absichtlichen Verwirrung der Bevölkerung so formuliert werden, damit ein Großteil annimmt, es handle sich um passive Verteidigung.

Deutschland und Russland im Rüstungsvergleich 2025 – zwei Welten

Wenn man heute über militärische Stärke spricht, reicht ein Blick nach Osten und Westen, um zu erkennen, wie unterschiedlich zwei Armeen aufgestellt sind: die Bundeswehr in Deutschland und die russischen Streitkräfte. Beide Staaten stehen in Europa, beide haben historische Erfahrungen mit Großkriegen.

Im tatsächlichen Vergleich handelt es sich um Deutschland, das seine Armee über Jahrzehnte unter vollkommen unfähigen Verteidigungsministern kaputtgespart hat, und um ein Russland, das seine Armee, die vor wenigen Jahren erst modernisiert wurde, vor drei Jahren auf Kriegswirtschaft mit enormer Produktionskapazität umgestellt hat.

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Panzer – deutsche Qualität, russische Masse

Das Rückgrat jeder Landarmee bilden die Panzer. Deutschland hat mit dem Leopard-2 eines der leistungsfähigsten Modelle der Welt entwickelt. Doch die nackten Zahlen ernüchtern: Etwa 300 Leopard-2 in verschiedenen Varianten befinden sich derzeit im Einsatz, davon ein gutes Drittel in der modernsten Ausführung 2A7V. Bestellungen für weitere A8-Modelle laufen, doch bis die ersten Serien ausgeliefert sind, vergehen Jahre.

Russland dagegen verfügt trotz massiver Verluste im Ukraine-Krieg immer noch über mehrere Tausend Kampfpanzer. Zwar sind viele davon ältere T-72 oder T-80, doch Moskau schafft es, jedes Jahr etwa 1 500 Panzer neu zu bauen oder zu modernisieren. Selbst wenn die Qualität nicht an die modernsten westlichen Standards heranreicht, entscheidet im Gefecht oft die schiere Zahl – und hier ist Russland haushoch überlegen.

Auch mit den modernisierten T-90 (ca. 300 Stück) und den hochmodernen T-14 (ca. 100 Stück), die durchaus einem modernen deutschen Kampfpanzer Paroli bieten können, ist Russland Deutschland bereits in der Anzahl überlegen.

Kategorie Deutschland Russland
Kampfpanzer ca. 300 Leopard 2 mehrere Tausend (T-72, T-80, T-90, T-14)
Neubau/Modernisierung p.a. <100 ca. 1 500

Artillerie – Feuerkraft als Zünglein an der Waage

Die Bundeswehr setzt bei der Artillerie fast ausschließlich auf die Panzerhaubitze 2000. Ihre Reichweite und Präzision sind beachtlich, sie gilt weltweit als Spitzenmodell. Doch nur gut 100 Stück sind einsatzbereit. Hinzu kommen knapp 40 M270-Mehrfachraketenwerfer und erste Exemplare der neuen Radhaubitze RCH-155. Alles in allem stehen also rund 150 Systeme zur Verfügung.

Ganz anders Russland: Dort sind allein an der Front in der Ukraine etwa 5 000 Geschütze im Einsatz – von gezogenen Haubitzen bis hin zu modernen Selbstfahrlafetten wie der 2S35 „Koalitsiya“. Hinzu kommen Dutzende mobile Mehrfachraketenwerfer, die in Massen produziert und eingesetzt werden. Entscheidender noch ist die Munitionsfrage: Deutschland hat nach Schätzungen nur einige Zehntausend Schuss auf Lager, Russland produziert monatlich rund 250 000 Granaten und hat Millionen bereits eingelagert.

Kategorie Deutschland Russland
Artilleriesysteme ~150 (PzH 2000, MLRS, RCH-155) ≥5 000
Verfügbare Munition <100 000 Schuss mehrere Mio.
Produktion p.a. 200 000–250 000 Schuss ~3 Mio. Schuss

Drohnen – Russlands Feldinnovation

Die Ukraine hat den Charakter des modernen Krieges verändert. Kaum eine Waffengattung hat so schnell an Bedeutung gewonnen wie Drohnen. Russland setzt hier auf Masse: Kamikaze-Drohnen vom professionellen Typ „Lancet“ werden zu Tausenden in Fabriken produziert, während Kleindrohnen mit unstö­rbarer Faseroptiksteuerung in Feldfabriken direkt hinter der Front zu Zehntausenden zusammengesetzt werden. Sie sind billig, effektiv und können gegnerische Panzer oder Artilleriestellungen mit hoher Präzision treffen.

Deutschland dagegen steht noch am Anfang. Zwar läuft das Eurodrone-Projekt gemeinsam mit Frankreich, und es gibt Pläne, israelische Heron-TP-Drohnen zu bewaffnen, doch operative Kampfdrohnen besitzt die Bundeswehr kaum. Hier zeigt sich besonders deutlich die Asymmetrie: Während Russland längst eine „Drohnenkriegswirtschaft“ etabliert hat, steckt Deutschland in Planungsphasen.

Kategorie Deutschland Russland
Kampfdrohnen einsatzbereit wenige (Heron TP, unbewaffnet) Zehntausende (Lancet, Orlan, FPV-Drohnen)
Produktion kaum Serienproduktion Feld- und Serienproduktion, fünfstellige Stückzahlen p.a.

Kampfflugzeuge – unterschiedliche Generationen

In der Luft setzt die Bundeswehr auf den Eurofighter Typhoon. Rund 140 bis 150 Maschinen sind aktiv. Sie bilden die moderne Speerspitze, unterstützt von alternden Tornados, die bald durch F-35 ersetzt werden sollen. Strategische Bomber hat Deutschland nicht; Luftschläge auf weite Entfernungen wären ohne NATO-Partner nicht durchführbar.

Russland dagegen besitzt neben hunderten Jagdflugzeugen wie Su-30 und Su-35 auch die neue Su-57, die schrittweise eingeführt wird. Besonders ins Gewicht fallen aber die Bomber: Tu-22M, Tu-95 und Tu-160 ermöglichen Russland, Marschflugkörper über Tausende Kilometer einzusetzen. Damit steht Moskau nicht nur ein taktisches, sondern auch ein strategisches Luftinstrument zur Verfügung – etwas, das Deutschland völlig fehlt.

Kategorie Deutschland Russland
Kampfflugzeuge ~150 Eurofighter, Tornado (alternd) mehrere Hundert Su-30, Su-35, Su-57
Bomber keine Tu-22M, Tu-95, Tu-160
Zukünftig F-35 bestellt Ausbau Su-57

Raketen – von Präzisionswaffen bis strategischer Abschreckung

Im Bereich der Raketen ist die Kluft noch größer. Russland verfügt mit den Iskander-Systemen über moderne Kurzstreckenraketen und setzt Kalibr-Marschflugkörper von Schiffen und Flugzeugen aus ein. Hinzu kommen die Kh-101-Langstreckenwaffen. Deutschland hingegen hat lediglich den Taurus-Marschflugkörper, der von Tornados gestartet werden kann. Mengenmäßig ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.

Kategorie Deutschland Russland
Takt. Raketen keine Iskander (150–200)
Hunderte auf Lager
Marschflugkörp. Taurus 150–300 (Rest) Kalibr, Kh-101 (200+), mehr
Strat. Reichw. nein ja (mehrere Tausend ICBMs)
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Nukleare Kräfte – asymmetrisch wie nie

Der größte Unterschied bleibt im strategischen Bereich. Russland hält ein umfassendes Arsenal an Nuklearwaffen bereit, sowohl stationär als auch mobil. Interkontinentalraketen, U-Boot-gestützte Systeme und luftgestützte Bomben sichern Moskau eine globale Abschreckung. Deutschland hingegen besitzt keine eigenen Atomwaffen. Im Rahmen der NATO-Teilhabe sind zwar US-B61-Bomben in Büchel stationiert, doch ihre Kontrolle liegt bei Washington.

Kategorie Deutschland Russland
Nuklearwaffen keine eigenen, nur NATO-Teilhabe (B61 in Büchel) ca. 5 900 Sprengköpfe, diverse Trägersysteme
Strategische Abschreckung nein ja

Gesamtvergleich Bestand (2025)

Waffenkategorie Deutschland (Bestand) Russland (Bestand) Verhältnis (D : R)
Panzer ~300 Leopard 2 ≥3 000 aktive, mehrere 1 000 Reserve 1 : 10
Artillerie ~150 (PzH 2000, MLRS, RCH-155) ≥5 000 1 : 33
Kampfdrohnen (professionell) wenige Heron TP (unbewaffnet, Testphase) Dutzende Orion, erste Su-70 „Okhotnik-B“ <1 : 20
Kleindrohnen/Kamikaze ≈ 0 Zehntausende (Lancet, FPV, Orlan) 1 : 1 000
Kampfflugzeuge ~150 Eurofighter, Tornado mehrere Hundert Su-30/35/57 1 : 3–4
Bomber keine Tu-22M, Tu-95, Tu-160 0 : 100
Raketen (taktisch) keine Iskander, Kalibr, Kh-101 0 : 100
Nuklearwaffen keine eigenen (nur NATO-Teilhabe) ca. 5 900 Sprengköpfe 0 : 100

Gesamtvergleich Produktionskapazität (jährlich)

Waffenkategorie Deutschland (Produktion) Russland (Produktion) Verhältnis (D : R)
Panzer <100 ~1 500 1 : 15
Artillerie wenige (RCH-155 Serienbeginn) hunderte (2S35, 2S43 etc.) <1 : 10
Artilleriemunition 200 000–250 000 Schuss ~3 000 000 Schuss 1 : 12
Kampfdrohnen (professionell) keine eigene Produktion Serien Orion, erste Okhotnik 0 : 100
Kleindrohnen/Kamikaze ≈ 0 >20 000–50 000 p.a. 1 : 1 000+
Kampfflugzeuge keine (nur Modernisierung, F-35 Import) Dutzende Su-57, Su-35 p.a. 0 : 100
Raketen keine eigene mehrere Hundert Iskander/Kalibr jährlich 0 : 100
Nuklearwaffen keine laufende Modernisierung & Neubauten 0 : 100

Wie würde ein Krieg zwischen Deutschland und Russland heute aussehen?

Drohnen haben den Nebel des Krieges vollständig gelichtet. Heimliche Truppenbewegungen sind kaum noch möglich. Der moderne Krieg hat sich dadurch zu einem Artillerie- und Drohnenkrieg entwickelt. Vorstöße mit Panzern und Infanterie erfolgen erst dann, wenn zuvor alle potenziellen Versteckmöglichkeiten für Drohnenoperatoren durch Artilleriefeuer zerstört wurden.

Moderne Luftverteidigungssysteme zwingen Kampfhubschrauber, Jagdflugzeuge und Bomber, ihre Einsätze aus großer Distanz durchzuführen – mit Gleitbomben oder durch den Abwurf von Marschflugkörpern. Luftschlachten im klassischen Sinne sind zur Ausnahme geworden. Der Krieg reduziert sich im Wesentlichen auf eine Materialschlacht zwischen Artilleriesystemen und Drohnen.

Deutschland hat einen Großteil seiner Artilleriemunition an die Ukraine abgegeben und verfügt selbst nur noch über Vorräte für etwa zehn Tage. Auch im Bereich Drohnen besteht praktisch kein einsatzfähiger Bestand. Sollte Russland den Entschluss fassen, Deutschland direkt anzugreifen, stünde die Bundeswehr innerhalb kürzester Zeit – wahrscheinlich schon nach einer Woche – vor dem militärischen Zusammenbruch.

Und unsere Nato-Verbündeten? Nun, die haben ebenfalls fast all ihre Munition an die Ukraine verschenkt. Ob diese uns tatsächlich zu Hilfe kommen würden, wenn dies bedeuten würde, dass sie sich damit selbst innerhalb von Wochen munitionslos geschossen hätten, ist fragwürdig.

Die Forderungen unseres Bundeskanzlers, Verteidigungsministers und anderer deutscher Politiker nach einem Einsatz von deutschen Truppen gegen Russland und damit offener Kriegsteilnahme entspricht der Forderung nach einem nationalen Selbstmord.

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