In einer Welt, in der Konflikte zunehmend komplexer und technologisch anspruchsvoller werden, hat sich ein neues Feld der Informationsbeschaffung und -auswertung etabliert: Open Source Intelligence (OSINT). Diese Methode der Datensammlung aus frei zugänglichen Quellen ist heute nicht nur fester Bestandteil der Geheimdienstarbeit, sondern hat eine neuartige Form der Kriegsreporter und Geschichtsschreiber hervorgebracht.
Noch nie in der Geschichte gab es eine genauere, neutralere und nachprüfbarere Berichterstattung über laufende Konflikte als die der freien OSINT-Bürgerjournalisten.
Was ist OSINT?
OSINT bezeichnet die Sammlung und Analyse von Informationen, die aus öffentlich zugänglichen Quellen stammen. Dazu gehören:
- Soziale Medien
- Nachrichtenportale
- Satellitenbilder
- Datenbanken und öffentliche Register
- Foren und Blogs
- Regierungsverlautbarungen
- Geolokalisierte Bild- und Bewegtbildbelege
Soldaten, Armeeführungen, Regierungen und Zivilisten veröffentlichen heutzutage in Konflikten eine riesige Anzahl an Bildern, Videos, Frontberichten, Gerüchten, Propaganda und öffentlichen Verlautbarungen. Die meisten davon werden gesammelt auf Telegram-Kanälen verbreitet, wie beispielsweise:
– Intel Slava Z (Russland-freundlicher Kanal)
– Ukraine War Footage (Ukraine-freundlicher Kanal)
Propaganda und Objektivität
In den Mainstreammedien bekommt man diese Informationshäppchen sauber aufbereitet, oft eingebettet in den entsprechenden propagandistischen Kontext. Beispiele dafür sind Berichte, die Videos oder Bilder nutzen, jedoch ohne die dazu notwendigen Metadaten oder geolokalisierten Belege anzugeben, was die Objektivität beeinträchtigen kann. In Kriegszeiten sind alle Veröffentlichungen in Mainstreammedien von allen beteiligten Seiten ausnahmslos Propaganda.
Wie arbeiten OSINT-Kriegsreporter?
Dies hat sich mit den OSINT-Bürgerjournalisten erstmalig geändert. Diese Militärenthusiasten sind fast immer ehemalige Soldaten oder waren selbst im Geheimdienstbereich tätig. Ihre Tätigkeit besteht darin, alle verfügbaren öffentlichen Quellen täglich abzugleichen und auf Echtzeitkarten die Frontbewegungen darzustellen und darüber zu berichten.
Da diese Berichte auch die Gefallenen und Verletzten sowie Geräte- und Fahrzeugverluste beinhalten, ergibt sich im Laufe der Zeit ein ziemlich genaues Bild des Kriegsverlaufs.
Ob eine relevante Information stimmt oder nicht, wird immer mit der sogenannten Geolokation belegt, beispielsweise indem Landschafts- oder Gebäudemerkmale auf einem Video oder Bild mit Google Maps abgeglichen werden. So kann der Front- und Kriegsverlauf tagesaktuell auf den Kilometer genau bestimmt werden.

Die Rolle der OSINT-Reporter: Wahrheit vs. Propaganda
Natürlich sind einige der OSINT-Journalisten auch parteiisch und versuchen, den Kriegsverlauf durch selektive Berichterstattung positiv für ihre Seite darzustellen. Da die OSINT-Gemeinschaft jedoch vom täglichen, stetigen Datenabgleich lebt, werden Manipulationen oder Einseitigkeiten sehr schnell offengelegt. Allerdings hat Google inzwischen alle prorussischen Kanäle sowohl aus der YouTube- als auch aus der Google-Suche entfernt. Ukraine-freundliche Kanäle wie Reporting from Ukraine sind dagegen weiterhin verfügbar.
Die ernsthaften OSINT-Kanäle wie Military Summary oder Defence Politics Asia versuchen jedoch, einen möglichst neutralen Standpunkt einzunehmen und sachlich über den Konflikt zu berichten. Oft veranstalten diese Youtube Kanäle offene Live-Diskussionen in denen Militärexperten ihr Wissen abgleichen und die aktuelle Lage eines Konfliktes gemeinsam analysieren.
Wer beispielsweise Defence Politics Asia und die zugehörigen Sub-Kanäle verfolgt, kennt von Beginn des Krieges an jede Truppenbewegung und ist über den Kriegsverlauf vollständig informiert. Die Idee der deutschen Medien, dass die Ukraine diesen Krieg irgendwie gewinnen könnte, erscheint einem, wenn man so ausführlich informiert ist, völlig unrealistisch.
OSINT-Reporter decken aber auch Propaganda auf, zum Beispiel den angeblichen Kampfflieger „Ghost of Kiew“. Dieser sollte zunächst große Luftkampferfolge erzielt haben, dann angeblich einen dramatischen Heldentod gestorben sein, bis das ukrainische Militär erklärte, es habe den „Ghost of Kiew“ nie gegeben, und dies sei nur eine urbane Legende gewesen. Trotzdem wurde ein Jahr später in den deutschen Medien berichtet, dass dieser Ghost erneut einen Heldentod gestorben sei.
Auch Kriegsverbrechen werden auf diese Weise dokumentiert oder angebliche Kriegsverbrechen widerlegt.
Kriegswahrheit und OSINT?
Wer aufmerksam deutschen Medien folgt, erlebt in Echtzeit, wie Geschichte umgeschrieben und verfälscht wird – sei es bei der Coronapolitik, der Flüchtlingspolitik der Merkel-Regierung oder der Wirtschaftspolitik der Ampel. Man kann täglich nachlesen, wie offen über Tatsachen gelogen wird, die man selbst anders erlebt und gesehen hat. Historiker beziehen sich später auf diese falschen Zeitungsberichte und schreiben basierend darauf eine falsche Geschichte, die so nie passiert ist.
Zumindest im Bereich des Krieges wird in Zukunft die Geschichte nicht vom Sieger geschrieben. Denn die wahre Geschichte des Krieges wurde in Echtzeit von fleißigen OSINT-Bürgerjournalisten mitgeschrieben, dokumentiert und mit einer Quellensammlung unwiderruflich belegt.



