Papst Franziskus ist am Montag, dem 21. April 2025, im Alter von 88 Jahren verstorben. Laut offiziellem Vatikanbericht erlitt er einen Schlaganfall, der ihn ins Koma versetzte und schließlich zu einem irreversiblen Herzversagen führte. Sein Tod wurde am Abend desselben Tages vom Vatikansprecher bestätigt, woraufhin die Glocken des Petersdoms läuteten und tausende Gläubige spontan auf dem Petersplatz den Rosenkranz beteten. Staats- und Regierungschefs weltweit sprachen den Katholiken ihr Beileid aus; zu den Trauergästen des bevorstehenden Staatsbegräbnisses zählen internationale Würdenträger – sogar der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat sein Kommen angekündigt.
Eine persönliche Note: Der letzte bekannte Besucher des Papstes war der US-Senator J.D. Vance, der Franziskus kurz vor dessen Tod noch im Vatikan besuchte. Dieser Umstand, von vatikanischen Kreisen bestätigt, sorgt für Schlagzeilen, da Vance als konservativer tiefgläubiger Katholik gilt.
Franziskus hinterlässt ein Testament mit dem Wunsch, in den Vatikanischen Grotten beigesetzt zu werden – nahe seinen Vorgängern.
Die Anteilnahme ist enorm: Viele würdigen ihn als „Papst der Armen“ und betonen seine herzliche Art, mit einfachen Leuten zu sprechen. Gleichzeitig erinnern sich konservative Kritiker an Franziskus als einen Papst der deutlich zuviel sozialistische Anlehungen aus seinem Heimatland mit in den Vatikan getagen hat und insgesamt populärpolitisch zu liberal für einen Papst war.
Bilanz seines Pontifikats
Mit dem Tod von Franziskus endet ein Pontifikat, das über zwölf Jahre (2013–2025) die katholische Kirche geprägt hat. Jorge Mario Bergoglio, so sein bürgerlicher Name, ging bereits am Abend seiner Wahl als unkonventioneller Papst in die Geschichte ein: Er verzichtete auf prunkvolle Insignien, begrüßte die Gläubigen mit einem schlichten „Guten Abend“ und bat sie, ihn zu segnen. Dies setzte den Ton für sein Wirken. Zentrale Themen seines Pontifikats waren die Option für die Armen, Barmherzigkeit und eine Kirche im Aufbruch. Franziskus brachte frischen Wind, indem er z.B. an Gründonnerstagen Häftlingen die Füße wusch und Obdachlose in den Vatikan zum Essen einlud – Gesten, die ihm den Ruf eines demütigen Volksnahen einbrachten.
Zu seinen Initiativen zählten die historische Enzyklika Laudato Si’ (2015) über den Klimaschutz, die weltweit auf Resonanz stieß, und Amoris Laetitia (2016), das eine neue Pastoral für Familien ermöglichte. Unter Franziskus bemühte sich die Vatikan-Diplomatie um internationale Vermittlung (z. B. zwischen USA und Kuba 2014) und die Ökumene wurde gestärkt, etwa durch historische Treffen mit orthodoxen Patriarchen.
Franziskus reformierte auch die römische Kurie, schuf neue Ämter, berief Frauen in Führungsrollen und reiste über 40 Mal ins Ausland. Seine Popularität stieg besonders in Afrika und Asien. Die absolute Zahl der Katholiken weltweit wuchs um rund 10% von 2013 bis 2021 – insbesondere in Afrika und Asien. In Europa hingegen stagnierte oder schrumpfte die Kirche.
Trotz vieler positiver Resonanz gab es auch deutliche Kritik am Kurs von Papst Franziskus. Insbesondere seine oft als einseitig wahrgenommene Nähe zu sozialistischen und linksgerichteten Regierungschefs Lateinamerikas wurde in konservativen Kreisen mit Skepsis betrachtet. Seine klare Positionierung für offene Grenzen und eine flüchtlingsfreundliche Politik stieß bei Teilen der westlichen Katholiken auf Widerstand, ebenso wie seine wiederholte Mahnung an westliche Staaten, eine vermeintliche Abschottungspolitik zu überdenken. Auch seine oft floskelhafte Kritik an Kapitalismus und wirtschaftlicher Globalisierung wurde von Kritikern als ideologisch und wenig differenziert empfunden. Innerkirchlich warf man ihm vor, der Tradition zu wenig Raum zu lassen und durch übermäßige Öffnung gegenüber progressiven gesellschaftlichen Strömungen Spaltungstendenzen befördert zu haben. Gerade in katholisch-konservativen Ländern wie Polen wurde seine Amtszeit mit Skepsis betrachtet, da dort die Sorge vor einem Verlust der kirchlichen Identität unter seiner Führung besonders groß war.
Kontroversen während seiner Amtszeit
Franziskus‘ Pontifikat war von heftigen innerkirchlichen Kontroversen begleitet:
- Amoris Laetitia: Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene wurde erlaubt. Konservative Kardinäle stellten Dubia-Anfragen.
- Pachamama-Eklat: Bei der Amazoniensynode 2019 wurden indigene Figuren genutzt, was Traditionalisten als Götzenverehrung kritisierten. Ein Aktivist warf sie in den Tiber.
- Traditionis Custodes: Der alte tridentinische Ritus wurde stark eingeschränkt. Viele Anhänger der lateinischen Messe reagierten empört.
- Missbrauchsskandale: Besonders der Fall Juan Barros (Chile) und der explosive Viganò-Brief 2018 schadeten dem Ansehen von Franziskus.
- China-Abkommen: Das 2018 geschlossene Abkommen zur Bischofsernennung wurde von Kardinal Zen und anderen heftig kritisiert.
Verlust von Katholiken in Deutschland und weltweit
In Deutschland traten 2022 über 522.000 Katholiken aus, 2023 waren es etwa 400.000. Die Gesamtzahl sank auf unter 21 Millionen. Der regelmäßige Messbesuch liegt bei nur 6%, in einigen Regionen sogar darunter.
Weltweit wuchs die Zahl der Katholiken leicht, besonders in Afrika und Asien. In Europa und Teilen Lateinamerikas gab es dagegen deutliche Verluste durch Säkularisierung und evangelikale Abwanderung.
Wie geht es jetzt weiter?
Nach dem Tod des Papstes folgt die Trauerzeit (Novemdiales). Der Kardinalkämmerer Kevin Farrell verwaltet interimistisch den Vatikan. Das Konklave beginnt innerhalb von 15–20 Tagen. Wahlberechtigt sind 138 Kardinäle unter 80 Jahren.
Das Konklave findet in der Sixtinischen Kapelle statt, weißer Rauch signalisiert die Wahl eines neuen Papstes. Es wird ein spannender Richtungsentscheid zwischen Kontinuität (Franziskus-Linie) und Kurswechsel erwartet.
Die möglichen Nachfolger (Papabili)
- Pietro Parolin (70, Italien) – Zentristisch, Vatikan-Staatssekretär. Er gilt als erfahrener Diplomat mit einem tiefen Verständnis für die inneren Abläufe der Kurie und internationale Beziehungen. Sein Stil ist ruhig, verbindlich und ausgleichend, was ihn bei vielen Kardinälen beliebt macht, die nach einem stabilen Übergang suchen.
- Luis Antonio Tagle (67, Philippinen) – Progressiv, sehr volksnah, medienstark. Tagle steht für eine emotionale, zugängliche Kirche und bringt die Perspektive der wachsenden asiatischen Ortskirchen mit. Seine Nähe zu Franziskus’ Agenda und sein Charisma machen ihn zum Hoffnungsträger der Reformkräfte. (67, Philippinen)** – Progressiv, sehr volksnah, medienstark. Wäre erster asiatischer Papst.
- Matteo Zuppi (69, Italien) – Progressiv-pastoral, Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz. Er ist für seine soziale Arbeit, seine Nähe zu Marginalisierten und seinen friedenspolitischen Einsatz bekannt. Zuppi wird als moderner Hirte geschätzt, der Franziskus’ Anliegen mit Pragmatismus und pastoraler Leidenschaft fortsetzen könnte.
- Peter Turkson (76, Ghana) – Sozialprogressiv, moralisch konservativ. Er wäre der erste afrikanische Papst der Neuzeit und steht für eine Kirche, die soziale Gerechtigkeit mit klaren moralischen Positionen verbindet. Turkson verfügt über viel Erfahrung in vatikanischen Behörden und internationale Glaubwürdigkeit. (76, Ghana)** – Sozialprogressiv, moralisch konservativ. Favorit für afrikanische Repräsentanz.
- Robert Sarah (79, Guinea) – Stark konservativ, Liturgiker. Er steht für eine Rückbesinnung auf traditionelle Werte, betont das Schweigen und die Anbetung in der Liturgie. Sarah polarisiert, ist aber für viele Traditionalisten der Inbegriff eines geistlichen, entschlossenen Papstes.
- Jean-Claude Hollerich (66, Luxemburg) – Liberal, Jesuit, für Synodalität. Hollerich setzt sich für innerkirchlichen Dialog und theologische Öffnung ein, etwa bei der Bewertung von Homosexualität. Seine internationale Erfahrung und Sprachgewandtheit machen ihn zu einem Brückenbauer, besonders zwischen Ost und West. (66, Luxemburg)** – Liberal, Jesuit, für Synodalität. Nah an Franziskus.
- Péter Erdő (70, Ungarn) – Konservativ, Kirchenrechtler, besonnen. Erdő ist ein akademisch profilierter Kardinal, der für Ordnung und klare Lehre steht. Seine unaufgeregte Art und breite Erfahrung in Synoden könnten ihm als ruhige Hand im Konklave den Weg ebnen.
Wer wird wahrscheinlich Papst?
Drei Namen stechen besonders hervor und gelten als die wahrscheinlichsten Kandidaten:
Pietro Parolin genießt hohes Ansehen in der Kurie und unter den Kardinälen weltweit. Als erfahrener Diplomat mit vermittelndem Stil könnte er eine stabile Brücke zwischen den kirchlichen Lagern schlagen und wäre eine Wahl der Kontinuität mit ruhiger Hand.
Matteo Zuppi steht für eine Fortsetzung des franziskanischen Reformstils, gepaart mit seelsorgerlicher Bodenhaftung. Sein Engagement für Frieden, Inklusion und soziale Themen spricht viele Kardinäle an, die einen sympathischen, charismatischen Papst mit Italienbindung suchen.
Luis Antonio Tagle wiederum wäre ein Symbol für die wachsende Bedeutung der asiatischen Kirche. Seine mediale Ausstrahlung, seine theologische Offenheit und seine Treue zur Linie Franziskus’ machen ihn besonders bei progressiv gesinnten Kardinälen beliebt.
Diese drei Namen gelten derzeit als Favoriten und legen nahe das die liberal progressive Linie Franziskus fortgesetzt werden wird.
Ein schwieriger Ausblick für konservative Katholiken.


