Sonja Nientiet ist eine deutsche Krankenschwester aus Hamm (Nordrhein-Westfalen), die am 3. Mai 2018 in Mogadischu, Somalia, während ihres Einsatzes für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) entführt wurde. Seither befindet sie sich in der Gewalt islamistischer Kidnapper und galt lange als verschollen, bis 2025 neue Lebenszeichen von ihr auftauchten. Im Folgenden werden der chronologische Ablauf der Entführung, ihr Schicksal in sieben Jahren Geiselhaft, Hintergründe zu den Entführern, der unterschiedliche Ausgang für ihren kenianischen Kollegen, Bemühungen deutscher Stellen (inklusive geplanter Befreiungsaktion), involvierte Entscheidungsträger der Bundesregierung sowie Nientiets beruflicher Werdegang bis 2014 ausführlich dargestellt – mit Quellenangaben zur Nachvollziehbarkeit.

Chronologischer Ablauf der Entführung (Mai 2018)
- 3. Mai 2018, Mogadischu: Am Abend gegen 20:00 Uhr Ortszeit verlässt Sonja Nientiet das außerhalb der Hochsicherheits-„Grünen Zone“ gelegene Rotkreuz-Büro, als sie auf dem Gang von einem bewaffneten Wachmann überwältigt wird. Der Wachmann – eigentlich zum Schutz der Mitarbeiter eingeteilt – zerrt die 47-Jährige durch den Hinterausgang, wo ein Komplize und ein Fluchtauto warten. Gemeinsam mit Nientiet wird kurzzeitig auch ein kenianischer IKRK-Mitarbeiter als Geisel in den Wagen gezwungen zdfheute.de.
- Flucht und erste Fahndung: Die Entführer entkommen mit ihren Geiseln aus dem Gebäude. Wenig später finden somalische Sicherheitskräfte am Stadtrand ein aufgegebenes Fluchtfahrzeug mit Reifenpanne. Augenzeugen hatten beobachtet, wie ein Wachmann der Station half, Nientiet in das Auto zu verfrachten. Der kenianische Kollege kann während der Reifenpanne fliehen – offenbar blieb er unverletzt – doch von Sonja Nientiet fehlt jede Spur. Polizei und Militär leiten eine großangelegte Suchaktion in Mogadischu ein und riegeln ganze Viertel ab spiegel.de, jedoch ohne Erfolg.
- Identifizierung des Verräters: Kurz nach der Tat verdichtet sich der Verdacht, dass es sich um eine „Insider“-Entführung handelte. Somalische Behörden erklären, ein Angehöriger des IKRK-Sicherheitsdienstes habe mit den Kidnappern kollaboriert africanews.com. Konkret wird ein Mohamud Mohamed Alas als verdächtiger Wachmann benannt. Die Regierung ruft sogar die Familie des Untergetauchten auf, bei der Fahndung nach ihm zu helfen. Das IKRK evakuiert unterdessen seine übrigen internationalen Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen nach Nairobi.
- Lösegeldforderung: Bereits wenige Tage nach der Entführung nehmen die Kidnapper über Mittelsmänner Kontakt auf. Sie fordern 20 Millionen US-Dollar Lösegeld für Nientiets Freilassung und drohen, die Geisel andernfalls zu ermorden oder an die Terrormiliz „Islamischer Staat“ weiterzuverkaufenbild.de. Ab diesem Zeitpunkt wird die deutsche Bundesregierung informiert.
Sieben Jahre Geiselhaft: Schicksal, Lebenszeichen und Zustand
In den sieben Jahren nach ihrer Verschleppung blieb Sonja Nientiet ununterbrochen in somalischer Geiselhaft. Lange Zeit gab es keinerlei verlässliche öffentliche Informationen über ihren Verbleib oder Gesundheitszustand – die deutsche Regierung wie auch das Rote Kreuz hielten sich aus Sicherheitsgründen bedeckt zdfheute.de. Hinter den Kulissen jedoch gelang es dem Bundesnachrichtendienst (BND) und anderen Diensten, zumindest sporadisch Lebenszeichen zu erhalten. Bereits 2018, kurz nach der Entführung, lieferten die Kidnapper über Vermittler einen ersten Beweis, dass Nientiet am Leben war: Sie übergaben Haarproben von ihr sowie ein Video bild.de. In dieser Aufnahme wirkt Sonja Nientiet „sehr bedrückt und erschöpft“ und fleht mehrfach: „Bitte, helft mir!“ berichtete ihre Mutter Christel, die das Video zu Gesicht bekam. Um jegliche Zweifel an der Identität auszuräumen, musste Sonja anschließend persönliche Kontrollfragen der Familie beantworten (z.B. nach dem zweiten Vornamen ihres Vaters) – alle Antworten stimmten. Dieses Prozedere bestätigte eindeutig, dass Sonja Nientiet zu diesem Zeitpunkt in der Hand der Entführer lebte.
In den folgenden Jahren drang kaum Neues an die Öffentlichkeit. Weder die Kidnapper noch deutsche Stellen gaben Informationen preis. Freunde und Familie wurden von den Behörden angehalten, keine Medien einzuschalten, um Verhandlungen nicht zu gefährden zdfheute.de. Diese Stille führte dazu, dass der Fall Nientiet in Vergessenheit zu geraten drohte. Einige Beobachter mutmaßten sogar, sie könnte längst tot sei. Doch all diese Zeit über lebte Sonja Nientiet weiterhin irgendwo in den Weiten Somalias – aller Wahrscheinlichkeit nach in einem von Al-Shabaab kontrollierten Gebiet im Süden des Landes. Ein kürzlich veröffentlichtes Video lässt Hintergrundgeräusche eines normalen Dorflebens erkennen, was auf kein völlig isoliertes Versteck hindeutet zdfheute.de.
Mitarbeiter der Rotkreuz-Station in Mogadischu appellierten nach der Entführung mit einer „Come Home Sonja“-Aktion an die Entführer – und an die Weltöffentlichkeit, Nientiet nicht zu vergessen.
Erst im Frühjahr 2025 kam Bewegung in den lange kalten Fall: Ende März 2025 tauchte plötzlich ein aktuelles Video von Sonja Nientiet auf sozialen Medien auf africanews.com. Darin ist die inzwischen 54-jährige Geisel in einem schwarzen Tschador zu sehen, sichtlich gealtert, müde und verzweifelt. Auf Englisch mit deutlichem deutschem Akzent richtet sie einen eindringlichen Appell an die Bundesregierung, sich für ihre Freilassung einzusetzen zdfheute.de. Ihre Gesundheit habe sich verschlechtert, sagt sie unter Tränen, und nur die Aussicht, ihre Liebsten zu Hause wiederzusehen, halte sie noch am Leben. Doch Ihre Mutter wird sie nie wiedersehen. In einer bewegenden Szene wischt sie sich die Tränen ab und fleht um Hilfe. Dieses Video – das erste öffentlich sichtbare Lebenszeichen seit 2018 – wurde von unabhängigen Stellen als echt verifiziert und beendete die Unsicherheit über ihr Schicksal. Ihre Mutter, die unermüdlich für ihre Rückkehr kämpfte, verstarb 2024 im Alter von 84 Jahren, ohne je zu erfahren, ob ihre Tochter noch lebt zdfheute.de.

Die Entführer: Täter, Gruppe und Hintergründe
Hinter der Entführung von Sonja Nientiet steckt den Erkenntnissen nach ein Netzwerk islamistischer Aufständischer in Somalia – mutmaßlich die Terrorgruppe Al-Shabaab bild.de. Schon die Tatumstände deuten darauf hin: Ein somalischer Mitarbeiter am Rotkreuz-Stützpunkt wurde als Verräter enttarnt, der vermutlich von den Extremisten mit Geld oder Ideologie überzeugt wurde. Dieser Wachmann, Mohamud Mohamed Alas, nutzte sein Insider-Wissen, um den Kidnappern Zugang zu verschaffen und die Ausländerin gezielt in ihre Gewalt zu bringen. Al-Shabaab, ein mit Al-Qaida verbündeter dschihadistischer Milizenverband, kämpft seit Jahren gegen die somalische Regierung und westliche Präsenz und finanziert sich unter anderem durch Entführungen. Zwar sind Geiselnahmen westlicher Helfer in Somalia relativ selten geworden – die Tat an Nientiet war die erste Entführung eines Auslanders dort seit fast einem Jahrzehnt – doch die allgemeine Unsicherheit und Gesetzlosigkeit bieten fruchtbaren Boden für derartige Verbrechen.
Die Entführer verfolgten augenscheinlich in erster Linie monetäre und propagandistische Ziele. Die Forderung von 20 Mio. Dollar Lösegeld spricht für ein klares finanzielles Motiv bild.de. Gleichzeitig drohten sie, Sonja an die konkurrierende Terrororganisation „Islamischer Staat“ zu übergeben – ein Schachzug, der den Druck massiv erhöhen sollte. Möglicherweise war dies nur ein Bluff, doch die Aussicht, dass die Geisel in die Hände des IS (bekannt für besondere Grausamkeit) fallen könnte, sollte die Verhandlungsbereitschaft sicherlich steigern. Eine direkte öffentliche Bekennerbotschaft von Al-Shabaab gab es zwar nicht, aber somalische Offizielle und westliche Sicherheitskreise gingen von Beginn an davon aus, dass Al-Shabaab oder ihr nahestehende Banden hinter dem Kidnapping stecken bild.de. Die Gruppe hat in der Vergangenheit wiederholt humanitäre Helfer ins Visier genommen und sogar das IKRK zeitweise aus ihren Gebieten verbannt. Ihr „Geschäftsmodell“ bei Entführungen besteht entweder in hohen Lösegeldzahlungen oder in der propagandistischen Ausschlachtung von Geiseln gegenüber westlichen Regierungen.
Konkrete Einzeltäter außer dem genannten Insider-Wachmann sind öffentlich nicht namentlich bekannt. Somalische Behörden hatten dessen Familie um Mithilfe gebeten africanews.com, jedoch blieb unklar, ob Mohamud M. Alas oder seine Komplizen jemals gefasst wurden. Wahrscheinlich hielt sich das Kidnapperkommando tief im von Al-Shabaab beherrschten Umland verborgen, wo staatlicher Einfluss gering ist. Insgesamt zeichnet sich das Entführerprofil so: lokale islamistische Kämpfer mit Hilfe eines korrupten Mitarbeiters, getrieben von der Absicht, aus einer westlichen Geisel Kapital zu schlagen – entweder finanziell oder propagandistisch. Ihre Verbindung zu Al-Shabaab gilt als sehr wahrscheinlich, wenngleich der exakte Verbleib Sonja Nientiets innerhalb der Hierarchie der Miliz unbekannt ist.

Bemühungen und Befreiungsversuche deutscher Behörden
Die Entführung einer deutschen Staatsbürgerin im Ausland löste umgehend die etablierten Krisenmechanismen der Bundesregierung aus. Im Auswärtigen Amt (AA) in Berlin trat ein Krisenstab zusammen, der den Fall Sonja Nientiet seither eng begleitete bild.de. In diesem Gremium wirkten Vertreter verschiedener Sicherheitsbehörden zusammen, insbesondere der Bundesnachrichtendienst (BND), das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesverteidigungsministerium. Offiziell wollte man so gut wie nichts an die Öffentlichkeit dringen lassen – „die Bundesregierung äußert sich grundsätzlich nicht zu Entführungsfällen deutscher Staatsangehöriger im Ausland“ hieß es stets lapidarafricanews.com. Hinter verschlossenen Türen allerdings liefen intensive Anstrengungen, Sonja Nientiet zu finden und zu befreien.
Zunächst standen Verhandlungen und Informationsgewinnung im Vordergrund. Das BKA hielt den Kontakt zur Familie, während der BND versuchte, über Vermittler zu den Kidnappern durchzudringen bild.de. Dieses Unterfangen gestaltete sich schwierig: Zahlreiche Trittbrettfahrer meldeten sich und gaben vor, Informationen zu haben oder gegen Geld helfen zu können, was Zeit und Ressourcen band. Dennoch erreichte der BND einen wichtigen Etappenerfolg, indem er – wie oben erwähnt – ein erstes Lebenszeichen (Video und Haarprobe) erlangte und eine direkte Kommunikationslinie zu den tatsächlichen Entführern herstellte. Damit war die Grundlage gelegt, um parallel auch eine militärische Befreiungsoption ins Auge zu fassen.
Etwa zwei Jahre nach der Entführung (circa 2020) gelang dem BND der Durchbruch: Durch intensivierte Funk- und Satellitenaufklärung konnten die deutschen Nachrichtendienstler den ungefähren Aufenthaltsort von Sonja Nientiet in Somalia ausfindig machen bild.de. Diese Information war der Startschuss für konkrete Planungen einer Geiselbefreiung. Die Spezialkräfte der Bundeswehr – Kommando Spezialkräfte (KSK) – wurden einbezogen und begannen, ein Einsatzszenario zu entwickeln. Man stand dabei im engen Austausch mit Verbündeten: Die US-Geheimdienste CIA und NSA stellten Aufklärungsdaten zur Verfügung, die amerikanischen Streitkräfte boten sogar an, für einen deutschen Zugriff ihre bewährten Black-Hawk-Helikopter bereitzustellen.

Hintergrund: Die USA hatten 2012 in Somalia bereits erfolgreich zwei eigene Geiseln durch ein Navy-SEAL-Kommando befreit, was als Modell diente bild.de. Das KSK studierte Berichte und Satellitenbilder früherer Einsätze und trainierte für ein ähnliches nächtliches Überraschungsunternehmen. So reiste der damalige KSK-Kommandeur Oberst Markus Kreitmayr persönlich getarnt nach Mogadischu, um Lageerkundungen vorzunehmen. Die Vorbereitungen erreichten 2020 ihren Höhepunkt: Ein detaillierter Einsatzplan lag auf dem Tisch und wartete auf politisches Grünes Licht. Der zuständige Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Gerd Hoofe, war in die Planung eingeweiht und hatte aus militärischer Sicht bereits Zustimmung signalisiert bild.de.
Doch in letzter Minute wurde die Operation abgeblasen. Ausschlaggebend war die Entscheidung des damaligen Außenministers Heiko Maas (SPD). Als Leiter des Krisenstabs und oberster politischer Verantwortlicher für Deutsche in Geiselhaft verweigerte Maas seine Genehmigung für die Befreiungsaktion bild.de. Er begründete dies mit der Befürchtung, der Eingriff des Kommandos könne in einem „Blutbad“ enden und sowohl Sonja Nientiet als auch die Soldaten das Leben kosten. Angesichts der unberechenbaren Lage vor Ort – Somalia war und ist Kriegsgebiet – bewertete Maas das Risiko offenbar als zu hoch. Diese Entscheidung mag aus Verantwortung getroffen worden sein, bedeutete jedoch zugleich das vorläufige Ende konkreter deutscher Rettungsbemühungen. Seit dem Abbruch der Aktion gab es in Nientiets Fall keine weiteren Hinweise oder Chancen, die zu ihrer Freilassung geführt hätten. Die Dienste blieben zwar weiterhin bemüht, doch lief alles auf zähe Verhandlungen im Verborgenen hinaus, ohne greifbares Ergebnis.
Bemühungen anderer Art – etwa eine Lösegeldzahlung – wurden zumindest offiziell nie bestätigt. Die deutsche Linie ist grundsätzlich, kein Lösegeld an Terroristen zu zahlen, um keine Anreize für weitere Entführungen zu bieten. Ob hinter den Kulissen über Mittelsmänner doch Angebote gemacht wurden, ist nicht bekannt. Jedenfalls hat Sonja Nientiet bis heute nicht die Freiheit wiedererlangt. Das Auswärtige Amt beteuert fortwährend, man arbeite „mit Hochdruck“ an einer Lösung, könne aber aus Geheimhaltungsgründen nichts Näheres sagenzdfheute.de. Die Angehörigen und Freunde – die all die Jahre tapfer die Stellung hielten – zeigen sich indes enttäuscht vom Ausgang der Dinge. Ihre Hoffnung ruht nun darauf, dass die neuen Lebenszeichen neuen Druck erzeugen und eventuell doch noch eine späte Verhandlungslösung oder internationale Befreiungsaktion ermöglichen.

Informationen innerhalb der Bundesregierung (2018–2025) und Verantwortung
Ein Entführungsfall dieser Tragweite wurde innerhalb der Bundesregierung nur in engstem Kreis behandelt. Von 2018 bis 2021 lag die Federführung beim damaligen Bundesaußenminister Heiko Maas, der den Krisenstab leitete und regelmäßig über alle Entwicklungen unterrichtet wurde. Maas war es auch, der letztlich die Entscheidung traf, die geplante KSK-Befreiungsaktion abzusagen bild.de. In solchen Geiselfällen hat der Außenminister traditionell die Richtlinienkompetenz, weil außenpolitische Konsequenzen und Verhandlungen im Vordergrund stehen. Maas’ Veto 2020 machte ihn zum politisch Verantwortlichen für den Abbruch des Rettungsplans.
Natürlich war auch die übrige Regierungsspitze über den Fall informiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde spätestens in dem Moment eingebunden, als eine militärische Kommandoaktion zur Debatte stand – solche riskanten Auslandseinsätze hätten nicht ohne Billigung des Regierungschefs vorbereitet werden können. Auch wenn Merkel öffentlich nie Stellung nahm, gilt als sicher, dass sie den Entscheidungen des Krisenstabs zustimmte. Im Verteidigungsministerium waren ausgewählte Personen involviert: Neben Ministerin (bis 2019) Ursula von der Leyen bzw. ihrer Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer insbesondere Staatssekretär Gerd Hoofe, der in die Planungen eingeweiht war und die militärische Machbarkeit bejaht hatte bild.de. Auf Ebene der Sicherheitsapparate spielte BND-Präsident Bruno Kahl eine Schlüsselrolle, da sein Dienst die entscheidenden Informationen über Sonjas Aufenthaltsort lieferte. Die Leitung des Bundeskanzleramts – als Aufsichtsbehörde des BND – war daher ebenfalls informiert. Zudem betreuten zwei BKA-Beamtinnen die Familie Nientiet; das Innenministerium war über das BKA also ebenfalls im Bilde, wenn auch nicht federführend.
Nach dem Regierungswechsel Ende 2021 wurden die Kenntnisse an die neue Führung weitergereicht. Außenministerin Annalena Baerbock übernahm die Verantwortung im Krisenstab und ließ die Bemühungen fortsetzen, ebenfalls unter strengster Geheimhaltung. Sie folgte der Linie ihrer Vorgänger, Entführungsfälle nicht öffentlich zu kommentieren africanews.com. Bundeskanzler Olaf Scholz wurde gleichfalls über alle wesentlichen Aspekte informiert – als Kanzler ist er oberster Dienstherr des BND und hätte eine Befreiungsaktion politisch decken müssen, falls sich eine neue Gelegenheit ergeben hätte. Allerdings drangen auch unter Scholz/Baerbock keinerlei Details an die Öffentlichkeit. Die deutsche Regierung blieb nach außen hin verschwiegen, was auch Kritik von Sonja Nientiets Freundeskreis hervorrief: Diese hatten den Eindruck, „dass Sonjas Schicksal offenbar so wenig interessiert, und dass niemand wirklich etwas unternimmt“, wie ihre Studienfreundin Olga Platzer beklagte zdfheute.de. Es scheint der Fall wurde insgesamt politisch auf Eis gelegen zu haben, bis das Video 2025 neue Dynamik brachte.
Zusammenfassend waren also alle relevanten Ebenen der Bundesregierung über die Entführung und geplante Rettungsmaßnahmen informiert: Außenministerium (Maas/Baerbock), Bundeskanzleramt (Merkel/Scholz), Verteidigungsministerium (v.d. Leyen/AKK und Staatssekretär Hoofe) sowie die Chefs der Sicherheitsdienste. Die entscheidende Weichenstellung – Abbruch der KSK-Operation 2020 – fiel dabei auf Heiko Maas bild.de, der diese Verantwortung aus Sorge um Menschenleben übernahm.

Beruflicher Werdegang Sonja Nientiets vor 2014
Sonja Nientiet verfügte bereits vor ihrem Somalieneinsatz über langjährige Erfahrung als Krankenschwester und Helferin in Krisengebieten. Nach dem Abitur absolvierte sie zunächst eine Ausbildung bzw. Studium im Pflegebereich: Anfang der 2000er Jahre studierte sie Pflegemanagement in Frankfurt am Main. Anschließend sammelte sie Berufserfahrung in der Gesundheits- und Nothilfe. So engagierte sich Nientiet in den 2000er-Jahren für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières). Im Jahr 2007 war sie beispielsweise als Krankenschwester im Sudan (vermutlich im Darfur-Konfliktgebiet) im Einsatz aerzte-ohne-grenzen.de. Durch ihre Arbeit in solchen Projekten erwarb sie wertvolle Kenntnisse in der humanitären Hilfe unter schwierigen Bedingungen.
Ab 2014 wechselte Sonja Nientiet zum Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), wo sie seither als Auslandsdelegierte tätig war. In den Jahren 2014 bis 2017 wurde sie vom Roten Kreuz in verschiedene Konflikt- und Krisenregionen entsandt, unter anderem nach Jordanien, in die Demokratische Republik Kongo und nach Syrien africanews.com. In diesen Ländern koordinierte sie Gesundheitsprogramme und Erste-Hilfe-Schulungen für die lokale Bevölkerung. Ihre Fähigkeit, sich auf fremde Kulturen einzulassen und in instabilen Umfeldern zu arbeiten, machte sie zu einer geschätzten Mitarbeiterin im humanitären Sektor.
Anfang 2018 übernahm Sonja Nientiet ihre letzte Position vor der Entführung: Sie reiste im Januar 2018 nach Somalia, um dort für das IKRK als medizinische Ausbilderin zu arbeiten. In Mogadischu leitete sie im Rotkreuz-Zentrum Schulungen in Erster Hilfe für somalische Helfer und kümmerte sich um die medizinische Betreuung verletzter und kranker Menschen bbc.com. Diese Aufgabe erfüllte sie mit großem Engagement – bis sie am 3. Mai 2018 Opfer der gezielten Entführungsaktion wurde.
Nachfolgend eine Übersicht der bekannten Stationen von Sonja Nientiets Ausbildung und Karriere bis 2014:
| Zeitraum | Station/Aufgabe | Organisation/Ort |
| ca. 2000–2003 | Studium Pflegemanagement | Frankfurt am Main (Hochschule) |
| 2000er-Jahre | Krankenpflegerin und humanitäre Helferin (u.a. Auslandseinsatz) | Ärzte ohne Grenzen – Einsatz als Krankenschwester im Sudan (2007) |
| ab 2014 | Delegierte in Krisenregionen, Gesundheitsprogramme (u.a. Erste-Hilfe-Schulungen) | Internationales Komitee vom Roten Kreuz – Einsätze in Jordanien, DR Kongo, Syrien |
Ab 2018: (Zur Vollständigkeit sei erwähnt, dass sie ab 2018 für das IKRK in Somalia tätig war de.wikipedia.org, was jedoch unmittelbar in die Entführung mündete.)
Nientiets beruflicher Werdegang zeigt ein klares Bild: Sie war von Herzen Krankenschwester und hat ihren Beruf weltweit dort ausgeübt, wo Menschen in Not ihn am dringendsten brauchten. Diese Leidenschaft führte sie letztlich auch nach Somalia – in eines der gefährlichsten Länder der Welt –, um zu helfen. Tragischerweise wurde ihr genau dieses Engagement zum Verhängnis. Ihre Geschichte steht exemplarisch für die Risiken, denen sich humanitäre Helfer aussetzen, und für die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, für ihren Schutz zu sorgen.
Heiko Maas sagte eine Befreiungsaktion aus persönlichen politischen Gründen ab, die von den Besten der Besten geplant war und durchgeführt worden wäre – BND und KSK, mit Unterstützung von CIA, NSA und vermutlich Delta Force.
Die Ampelregierung tat unter der Verantwortung von Annalena Baerbock einfach gar nichts.
Deshalb ist jetzt die Zeit gekommen, auf Johann David Wadephul unmittelbaren Druck auszuüben und ihm glasklar zu machen:
Wenn Sonja Nientiet – eine Krankenschwester, die sich 18 Jahre lang um die Ärmsten an den schlimmsten Orten der Welt kümmerte – in somalischer Geiselhaft stirbt, trägt er die Verantwortung.
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