TikTok in den USA vor dem Aus

TikTok Verbot USA

TikTok steht in den USA kurz vor einem landesweiten Verbot. Ab dem 19. Januar 2025 soll die beliebte Social-Media-App aus den App-Stores von Apple und Google entfernt werden, wenn der chinesische Mutterkonzern ByteDance bis dahin keinen Käufer für die US-Geschäftsanteile findet. Grundlage dieser Entscheidung ist das Gesetz „Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act“ (PAFACA), das 2024 verabschiedet wurde. Es adressiert nationale Sicherheitsbedenken und zielt darauf ab, den Einfluss von Unternehmen aus geopolitisch rivalisierenden Staaten zu begrenzen.

Umfangreiche Zugriffe werfen Sicherheitsfragen auf

Die Bedenken der US-Regierung basieren auf den umfangreichen Zugriffsrechten, die TikTok auf die Geräte seiner Nutzer hat. Die App sammelt eine Vielzahl von Daten, darunter:

  1. Geräteinformationen: Marke, Modell, Betriebssystem, Gerätesprache und Netzwerkinformationen.
  2. Standortdaten: GPS-Daten (falls aktiviert) und den geschätzten Standort über die IP-Adresse.
  3. Nutzungsdaten: Welche Inhalte angesehen werden, wie lange sie betrachtet werden und mit welchen interagiert wird.
  4. Technische Daten: Informationen zu App-Abstürzen, Ladezeiten und anderen Leistungsmetriken.
  5. Direkt bereitgestellte Daten: Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Profilbild und Benutzername.
  6. Berechtigungen (falls gewährt): Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Speicher des Geräts, Kontakte und die Zwischenablage.
  7. Cookies und Tracking-Technologien: Für personalisierte Werbung und Analysen.

Ein unachtsamer Nutzer – und das trifft auf die meisten TikTok-Nutzer zu – gibt der App damit nahezu uneingeschränkten Zugriff auf sein Gerät. Besonders problematisch ist, dass TikTok auch Bewegungsdaten in Echtzeit übermittelt. Dies ermöglicht es ByteDance – und potenziell der chinesischen Regierung –, die Aufenthaltsorte von rund 170 Millionen US-Amerikanern jederzeit nachzuverfolgen und historisch zu speichern, wo diese sich wann aufgehalten haben.

Unternehmen in China unter staatlicher Kontrolle

Die Sicherheitsbedenken werden zusätzlich dadurch verstärkt, dass in China keine Unternehmen völlig privat agieren können. Obwohl China offiziell ein sozialistisches System unter kommunistischer Führung betreibt, müssen alle Unternehmen letztlich den Vorgaben der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) folgen. Dies beinhaltet unter anderem die Verpflichtung, auf staatliche Anweisung hin Daten bereitzustellen, auch ohne richterlichen Beschluss. ByteDance, als Mutterkonzern von TikTok, ist von dieser Regelung nicht ausgenommen. Dies bedeutet, dass Daten, die durch TikTok gesammelt werden, potenziell in die Hände der chinesischen Regierung gelangen könnten.

Ein drastischer Schritt mit weitreichenden Folgen

Sollte TikTok keinen Käufer für die US-Geschäftsanteile finden, würde ein landesweites Verbot Millionen von Nutzern betreffen. Ab dem 19. Januar wären keine neuen Downloads und Updates mehr möglich. Die App würde nach und nach unbrauchbar werden, und die etwa 170 Millionen US-Nutzer müssten Alternativen finden, um ihre Inhalte weiterhin teilen zu können.

Die Vorstellung, dass die chinesische Regierung – derart umfassende Informationen über die Bevölkerung der USA besitzt, macht die Bedenken der US-Regierung mehr als nachvollziehbar.

Das geplante Verbot ist ein drastischer, aber notwendiger Schritt.

Auch Deutschland täte gut daran TikTok zu verbieten, denn 21 Millionen Deutsche benutzen diese App und geben ebenfalls der chinesischen Regierung annähernd Vollzugriff auf ihre Handydaten und ihre Bewegungsprofile.

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