Ein Kompromiss ist eine Lösung, mit der alle Seiten gleichermaßen unglücklich sind.
— George Shultz (US-Außenminister 1982–1989)
Trump-Friedensplan – der 28 Punkte Plan
Im November 2025 legte die Trump-Administration einen 28-Punkte-Friedensvorschlag für den Ukraine-Krieg vor, der am 20. November durch US-Army Secretary Dan Driscoll offiziell an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew übergeben wurde. Der Entwurf war zuvor in geheimen Gesprächen zwischen amerikanischen und russischen Unterhändlern ausgearbeitet worden – ohne Beteiligung der Ukraine.
Reaktion Russlands
Wladimir Putin reagierte vorsichtig positiv und erklärte, der Plan könne „eine Grundlage für eine endgültige Friedensregelung“ darstellen. Gleichzeitig betonte er, dass Russland Details noch prüfen und nachverhandeln müsse.
Haltung Selenskyjs
Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Situation als einen der schwierigsten Momente der ukrainischen Geschichte. Er sieht sich massivem Druck der USA ausgesetzt, lehnt aber weiterhin jede Aufgabe ukrainischer Gebiete und jede Einschränkung der Souveränität ab.
Deutsche Reaktionen
Die deutsche Regierung zeigte sich überrascht und teilweise verstört. Bundeskanzler Merz begrüßte zwar – gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien – das amerikanische Engagement, doch Berlin war in die Entstehung des Plans nicht einbezogen und reagierte irritiert.
Fehlende außenpolitische Kompetenz in Berlin
Die bisherigen Äußerungen von Friedrich Merz zum Ukrainekonflikt gegenüber Donald Trump ließen ihn uninformiert und wenig staatsmännisch wirken. Auch andere deutsche Politiker argumentieren im Zusammenhang mit dem Ukrainekonflikt oft dilettantisch. Aus amerikanischer Sicht gibt es in der aktuellen deutschen Administration niemanden, der auf Augenhöhe diskutieren oder einen nützlichen Vorschlag einbringen könnte. Merz, Klingbeil, Kiesewetter, Nouripour, Stegner und andere äußern sich öffentlich so, als wären sie tatsächlich auf ihre eigene Propaganda hereingefallen. Das wirkt peinlich und disqualifiziert sie als informierte Gesprächspartner für geostrategische Planung.
Die Kriegsziele Russlands
Die Kriegsziele Russlands, von deutschen Medien nie korrekt publiziert, haben sich seit Kriegsbeginn nicht geändert. Putin und die russische Administration halten an diesen unveränderlichen Zielen und Bedingungen fest.
Militärische Lage und langfristige Entwicklung
Langfristig wird Russland die Ukraine erobern. Dies steht aufgrund der zehn- bis zwanzigfachen militärischen Überlegenheit Russlands in allen Waffenkategorien seit dem ersten Tag fest. Der Abnutzungskrieg, den Russland führt, wird dazu führen, dass der Ukraine schlichtweg die Soldaten ausgehen. Bereits jetzt kann man mit 1,5 bis 2 Millionen toten Ukrainern und bis zu drei Millionen dauerhaft Versehrten rechnen.
Aufgrund der konservativen Kriegsführung Russlands bleiben deren Verluste in einem verkraftbaren Rahmen, und der Krieg wird von der russischen Bevölkerung zu einem gewissen Teil mitgetragen.
Warum der Trump-Plan aussieht wie er aussieht
Die Kriegsziele werden also auf die eine oder andere Weise — entweder früher durch eine Friedensverhandlung oder später durch einen militärischen Sieg — erfüllt. Das steht fest. Putin hatte in der Vergangenheit mehrfach Verhandlungsbereitschaft signalisiert, Selenskyj bislang jedoch immer abgelehnt.
Da dies den USA vollkommen klar ist, sieht der Vorschlag für den Trump-Friedensplan entsprechend aus. Russland bekommt praktisch alle wichtigen Kriegsziele erfüllt, und die wenigen Punkte, die nicht erfüllt werden, sind so gestaltet, dass Putin ohne Gesichtsverlust zustimmen könnte (keine NATO-Mitgliedschaft, aber dennoch eine Art Verteidigungsfall).
Gefährliche Fehlpolitik in Berlin
Die deutsche Regierung dagegen möchte, dass die Ukrainer bis zum letzten Mann kämpfen, während Deutschland gleichzeitig Langstreckenwaffen liefert, um Russland so lange zu reizen, bis es militärisch reagiert. Der Grund dafür ist, dass Merz als Kanzler ein Rohrkrepierer ist und seine gesamte Mannschaft — ebenso wie die der SPD — aus der zweiten Reihe besetzt wurde. Das Verhalten und die Diplomatie der deutschen Regierung sind eine Gefahr für den Frieden in Europa und gefährden ohne Not den Frieden Deutschlands. Ein Rücktritt zum Schutz des Landes vor weiterem Schaden ist notwendig.
Gegenüberstellung der Kriegsziele Russlands und des Trump-Friedensplan
1. Territoriale Ziele Russlands
Russland wollte:
-
Krim dauerhaft
-
Donezk & Luhansk vollständig (Oblast-Grenzen)
-
Kontrolle über Großteile der Regionen Cherson und Saporischschja
-
Option auf weitere Ausdehnung („Entnazifizierung“, „Demilitarisierung“, faktisch Einfluss auf ganz Ukraine)
Trump-Plan:
-
Krim → an Russland ✔
-
Donezk + Luhansk vollständig → an Russland ✔
-
Status quo Cherson + Saporischschja → Russland behält seine Linien, Ukraine darf nicht vorrücken ✔
-
Nicht besetzte Teile von Donezk & Luhansk gehen zusätzlich an Russland ✔
Fazit:
Die territorialen Mindestziele Russlands wären vollständig erfüllt.
2. Ukraine als neutraler Staat
Russland wollte:
-
keine NATO-Mitgliedschaft
-
neutrale Ukraine
-
keine westlichen Truppen, keine westliche Präsenz
Trump-Plan:
-
NATO-Beitritt verfassungsrechtlich verboten ✔
-
NATO garantiert, die Ukraine nicht aufzunehmen ✔
-
keine NATO-Truppen in der Ukraine ✔
-
EU-Beitritt erlaubt (für Moskau zweitrangig)
Fazit:
Auch hier wären die russischen Kernforderungen erfüllt.
3. Demilitarisierung / Schwächung der Ukraine
Russland wollte:
-
massive Reduktion der ukrainischen Armee
-
keine schweren Waffen
-
keine grundlegende Verteidigungsfähigkeit
Trump-Plan:
-
Begrenzung der Armee auf 600.000 Soldaten
(heute: ca. 880.000) → deutliche Schwächung ✔ -
Begrenzte Ausrüstung/Strukturen ✔
Fazit:
Diese Ziele wären ebenfalls weitgehend erfüllt.
4. Sicherheitsgarantien zugunsten Russlands
Hier ist der Unterschied entscheidend.
Russland wollte:
-
keine westlichen Sicherheitsgarantien für die Ukraine
-
vollständige Abhängigkeit der Ukraine von Russland oder russischer Machtprojektion.
Trump-Plan:
-
Angriff Russlands auf die Ukraine gilt als Angriff auf „transatlantische Gemeinschaft“
-
USA + Verbündete sollen „koordinierte militärische Reaktion“ leisten
→ Formal klingt das nach Abschreckung
→ Praktisch keine automatische Beistandspflicht
Für Russland akzeptabel – aber nicht optimal.
5. Wirtschaftliche und geopolitische Ziele
Russland wollte:
-
Ende der Sanktionen
-
Re-Integration in den Westen (G7, Handel)
Trump-Plan:
-
Alle Sanktionen weg ✔
-
Rückkehr zu G7 ✔
-
Russland liefert 100 Mrd. USD aus eingefrorenen Vermögen → Kompromiss, aber für Moskau verkraftbar
-
Langfristige gemeinsame Wirtschaftsabkommen ✔
Die russischen Forderungen wären erfüllt.
6. „Entnazifizierung“-Narrativ
Russland wollte:
-
Ideologische Kontrolle im Informationsraum
-
Legitimierung der russischen Kriegspropaganda
Trump-Plan:
-
Klausel gegen Verbreitung von „Nazi-Ideologie“ ✔
Trump übernimmt russische Sprache → politisch großer Erfolg für Putin
7. Fehlende Punkte aus russischer Sicht
Einige russische Maximalziele wären nicht erfüllt:
-
Kein Sturz der ukrainischen Regierung
-
Keine russische Kontrolle über den gesamten Süden (Odessa, Mykolajiw)
-
Ukraine bleibt eigenständiger Staat
-
Trump-ähnliche Überwachung durch westlichen „Friedensrat“ → für Moskau problematisch
-
Russland müsste 100 Mrd. für Wiederaufbau freigeben → unpopulär, aber verkraftbar
Gesamtbewertung
Erfüllt der Trump-Plan die Kriegsziele Russlands vollständig?
Kurz:
Zu 80–90 % ja.
Aber nicht zu 100 %.
Erfüllt:
-
Territoriale Ziele ✔
-
Neutralität der Ukraine ✔
-
Schwächung der ukrainischen Armee ✔
-
Ideologische Narrative ✔
-
Ende der Sanktionen + G7-Rückkehr ✔
Nicht erfüllt:
-
Vollständige Kontrolle über die Ukraine ✖
-
Sturz der Regierung in Kiew ✖
-
Landkorridor bis Transnistrien/Odessa ✖
-
Keine westlichen Sicherheitsgarantien (die gibt es im Plan) ✖
Endantwort
Der Trump-Friedensplan erfüllt fast alle Kernziele Russlands, jedoch nicht das langfristige Maximalziel, die Ukraine vollständig in eine russische Einflusssphäre zu bringen. Er ist also aus russischer Sicht ein fast kompletter, aber nicht absolut vollständiger Erfolg.



