Holt sich Trump den Panama Kanal zurück?

Panama Kanal

Aktueller Status und Kontrolle

Der Panamakanal ist eine der bedeutendsten Wasserstraßen der Welt, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Jährlich passieren etwa 14.000 Schiffe diese strategisch wichtige Route. Bis 1999 lag die Kontrolle des Kanals in US-amerikanischen Händen, doch nach dem Torrijos-Carter-Abkommen von 1977 übernahm Panama am 31. Dezember 1999 die vollständige Souveränität über die Wasserstraße. Heute wird der Kanal von der panamaischen Kanalbehörde (Autoridad del Canal de Panamá, ACP) verwaltet und erhebliche Einnahmen für das Land generiert.

Geschichte des Baus: Ein tödliches Großprojekt

Die USA bauten den Panamakanal mit eigenen Mitteln, nachdem sie das gescheiterte französische Projekt für 40 Millionen US-Dollar übernommen hatten. Frankreich hatte den Bau begonnen, scheiterte jedoch an technischen Herausforderungen, extremen klimatischen Bedingungen, sowie hohen Opferzahlen aufgrund tropischer Krankheiten wie Malaria und Gelbfieber.

Während der Bauzeit führten die USA umfassende Gesundheitsmaßnahmen ein, um die Verbreitung von Krankheiten wie Malaria und Gelbfieber einzudämmen. Diese Maßnahmen reduzierten die Opferzahlen erheblich, dennoch starben immer noch tausende amerikanische Arbeiter während des Projekts.

Nach der Unabhängigkeit Panamas zahlten die USA dem neuen Staat 10 Millionen US-Dollar sowie 250.000 US-Dollar jährlich für die Kanalzone. Die eigentlichen Baukosten beliefen sich auf 375 Millionen US-Dollar (inflationsbereinigt ca. 10,3 Milliarden US-Dollar), finanziert durch amerikanische Steuerzahler. Über Jahrzehnte kontrollierten die USA den Kanal und profitierten von den Durchfahrtsgebühren, bis sie ihn 1999 aufgrund des Torrijos-Carter-Abkommens an Panama übergaben.

Chinas Einfluss

Das in Hongkong ansässige Unternehmen Hutchison Ports🔗 betreibt seit 1997 die Containerterminals an den beiden Enden des Kanals. Diese Kontrolle über die wichtigsten Umschlagpunkte bedeutet, dass China erheblichen Einfluss auf die Logistik und den Warentransport entlang der Wasserstraße hat. Wer die Terminals kontrolliert, bestimmt maßgeblich über den Verkehrsfluss, Verzögerungen und bevorzugte Handelsrouten. Trump sieht darin eine strategische Bedrohung der US Handels- und Sicherheitsinteressen.

US Gebühren für den Kanal

Etwa 68 % der Waren, die über den Panamakanal transportiert werden, betreffen die USA. Die Kanaldurchfahrt erhöht den Warenpreis durchschnittlich um ca. 0,1 %, was sich insbesondere auf den Handel zwischen Asien und der US-Ostküste auswirkt.

Die Passagegebühren werden nach Schiffstyp, Größe und Ladung berechnet. Für die USA gibt es keine Sonderkonditionen – US-Regierungsschiffe von den Gebühren zu befreien wurde durch die Regierung Panamas abgelehnt.

Trumps Kritik am Panamakanal und mögliche Schritte

Donald Trump kritisiert die hohen Kanalgebühren und Chinas Einfluss durch Hutchison Ports. Er stellte mehrfach infrage, dass die USA die Kontrolle über den Kanal aufgegeben haben, und kritisierte, dass der Kanal „für einen Dollar“ verkauft worden sei, und deutete an, diesen Fehler korrigieren zu wollen. Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth bekräftigten Trumps Bedenken und warnten vor strategischen Nachteilen für die USA.

Trump die Kunst des Erfolgs

Strategiedokumente und offizielle Pläne

Ein internes Strategiepapier der Trump-Regierung beauftragt das Militär, Optionen für eine Sicherung des US-Zugangs zum Kanal zu entwickeln. Ein weiteres Memorandum prüft, ob die USA rechtliche Grundlagen für eine stärkere Einflussnahme nutzen können. Eine direkte Forderung zur Rückübertragung gibt es bisher nicht, doch entsprechende Vorbereitungen laufen.

Allerdings gibt es aktuell in Militärkreisen viele inoffizielle Gerüchte, dass eine Besetzung des Panamakanals unmittelbar bevorstehen könnte.

Ungewöhnliche Militärbewegungen

Seit Anfang 2025 verstärkte die US-Marine ihre Präsenz in der Region. US-Küstenwachschiffe, darunter die USCGC James, legten in Panama an, während Berichte über Truppenbewegungen und Militärübungen zunahmen. Das Pentagon prüft die Möglichkeit einer Truppenaufstockung, offiziell unter dem Vorwand gemeinsamer Manöver mit Panama.

Reaktionen aus Panama

Panamas Präsident José Raúl Mulino wies Trumps Aussagen entschieden zurück und bekräftigte die Souveränität des Landes über den Kanal. Die Tageszeitung La Prensa warnt vor möglichen US-Interventionen und bezeichnet Trumps Äußerungen als Drohungen. Mehrere ehemalige Präsidenten Panamas, darunter Martín Torrijos und Ernesto Pérez Balladares, kritisierten die US-Rhetorik scharf und betonten, dass Panama den Kanal nicht aus der Hand geben werde.

Die Spannungen zwischen den USA und Panama nehmen zu, während Trump und seine Regierung weiterhin Druck ausüben. Ob es tatsächlich zu einem Konflikt kommt, bleibt abzuwarten.

Einschätzung: Ein Deal statt einer Invasion

Trump ist kein Kriegspräsident🔗, sondern ein Geschäftsmann. Wer seine Geschäftstätigkeit und seine letzte Präsidentschaft beobachtet hat, kennt sein Vorgehen. Wenn Trump ein Geschäft abschließen will, dann stürmt er auf seinen Konkurrenten los wie ein Bulle, baut ein großes Bedrohungsszenario auf, das seinem Gegenüber kaum einen Ausweg zu lassen scheint.

Auf dem Höhepunkt der Spannung signalisiert Trump plötzlich Gesprächsbereitschaft und umschwärmt ab dann sein Gegenüber mit größter Höflichkeit, lobt ihn öffentlich für seinen Verstand und seine Diplomatie und handelt ein Geschäft zu seinem Vorteil aus – oder als Präsident zum Vorteil des amerikanischen Volkes. Im Vergleich mit dem ursprünglichen Bedrohungsszenario erscheint der Deal als kleiner Preis und günstiges Geschäft.

Seinen Verhandlungspartner lobt er ab dann als klugen Mann, der eine Katastrophe abgewendet und ein tolles Geschäft zu beiderseitigem Nutzen abgeschlossen hat. In Wirklichkeit hat Trump aber einfach nur bekommen, was er von Beginn an wollte. Trump wird also nicht den Panamakanal angreifen, sondern er bereitet nur einen Deal vor.

Diese Geschichte wird also vermutlich damit enden, dass die USA bessere Konditionen für ihre Handelsschiffe bekommen, China aus dem Containerbetrieb gedrängt wird oder die USA stärker in die Verwaltung des Kanals eingebunden sein werden. Einen militärischen Angriff auf Panama wird es nicht geben.

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