Washington D.C., 26. Januar 2025 – In einem dramatischen und unerwarteten Schritt hat US-Präsident Donald Trump erneut die politische Landschaft aufgerüttelt und für weltweite Schlagzeilen gesorgt. In einer unerwarteten Nacht-und-Nebel-Aktion entließ er 18 Generalinspekteure (IGs) der mächtigsten Bundesbehörden, darunter hochrangige Vertreter des Pentagon, des Energieministeriums, des State Departments und des Landwirtschaftsministeriums. Dieser radikale Schritt erschüttert den sogenannten „Tiefen Staat“ in seinen Grundfesten.
Laut einem Bericht von USA Today ist die Entlassungswelle sowohl rechtlich als auch politisch höchst umstritten, da die gesetzlich vorgeschriebene 30-tägige Vorabbenachrichtigung des Kongresses nicht eingehalten wurde.
Die Generalinspekteure spielen offiziell eine zentrale Rolle in der Regierungsüberwachung. Ihre Aufgabe ist es, Betrug, Verschwendung und Missbrauch in den Bundesbehörden aufzudecken. Trump wirft ihnen vor, dass sie häufig selbst Teil des Problems sind – tragende Säulen eines ungewählten Machtapparates, der gegenüber demokratischen Institutionen kaum Rechenschaft ablegt.
Milliarden verschwunden – Kontrolle versagt
Ein Blick auf das Pentagon illustriert die Dimension des Problems: Laut einem im Jahr 2024 veröffentlichten Audit fehlen dort Vermögenswerte in Höhe von 824 Milliarden US-Dollar. Dieses Audit stellte zudem fest, dass fehlende Dokumentationen und mangelnde Nachvollziehbarkeit in Finanztransaktionen weit verbreitet sind, was unabhängige Experten zu schockierenden Schätzungen von bis zu 2,5 Billionen US-Dollar veranlasst hat.
Bereits am 10. September 2001 verlautbarte Donald Rumsfeld, dass das Pentagon 2,3 Billionen Dollar verloren habe. Die Dokumente zur Verwendung der Gelder des Pentagon wurden im World Trade Center 7 verwaltet. Mit dem Kollaps des WTC 7 am nächsten Tag ging auch die Spur der fehlenden Billionen verloren.

Trumps Entscheidung, diesen vermeintlich unabhängigen Kontrolleuren das Vertrauen zu entziehen, wird von vielen als unvermeidlicher Schritt betrachtet, um den Einfluss des „Tiefen Staates“ einzudämmen. Kontrolleure, deren Aufgabe es ist, Missmanagement aufzudecken, verlieren regelmäßig Gelder in Billionenhöhe.
Politische Reaktionen
Die Entlassungswelle stößt jedoch auf heftige Kritik. Demokraten und einige Republikaner, darunter Senator Chuck Grassley, werfen Trump vor, gegen geltendes Recht verstoßen zu haben. Nach US-Bundesrecht muss der Kongress 30 Tage vor der Entlassung eines IGs informiert werden – eine Formalität, die Trump bewusst umging. Grassley forderte eine klare Begründung für die Maßnahmen und sprach von einem Bruch rechtsstaatlicher Prinzipien. Senator Adam Schiff betonte die Bedeutung der Generalinspekteure als letzte Verteidigungslinie gegen Verschwendung und Korruption. Schiff beschuldigte Trump, die Behörden anfälliger für Machtmissbrauch zu machen.
Auch Hannibal Ware, Vorsitzender des „Council of the Inspectors General on Integrity and Efficiency“, warnte vor den rechtlichen und institutionellen Konsequenzen. Er bezeichnete die Entlassungen als Gefahr für die Unabhängigkeit der Aufsichtsbehörden. Doch diese Kritik läuft ins Leere, wenn man die Ineffizienz der bisherigen IGs betrachtet.
Sumpfaustrocknung?
Trump verteidigte seine Entscheidung mit den Worten: „Es ist meine Pflicht, das amerikanische Volk vor einem ineffizienten und korrupten Apparat zu schützen. Diese Maßnahmen sind notwendig, um eine effektive Regierung sicherzustellen.“ Seine Kritiker sehen darin jedoch eine taktische Neuaufstellung.
Die Entlassungen werfen ein grelles Licht auf die Rolle des „Tiefen Staates“. Trump wirft den IGs vor, nicht neutral zu agieren, sondern seine Politik gezielt zu sabotieren. Beispiele wie die fortdauernde Stationierung von US-Truppen in Syrien, obwohl Trump deren Rückzug angeordnet hatte, stützen diese Sichtweise.

Ausblick
Die Debatte um diese spektakulären Entlassungen wird Washington und den tiefen Staat in den kommenden Wochen dominieren. Mögliche Konsequenzen reichen von einer Neuverteilung der Machtverhältnisse in wichtigen Bundesbehörden bis hin zu einer weiteren Polarisierung zwischen den politischen Lagern. Sollte Trump loyale Vertreter an die Spitze dieser Positionen setzen, könnte dies die Durchsetzung seiner Agenda erheblich beschleunigen. Senator Lindsey Graham verteidigte Trumps Vorgehen und argumentierte, dass der Präsident nach seinem Wahlsieg das Recht habe, personelle Veränderungen vorzunehmen.
Trump postete auf Truth Social ein Bild von sich im Anzug im Stil der 30er-Jahre als subtilen Hinweis auf den Film „Die Unbestechlichen“, in dem ein Team von Ermittlern den korrupten Mafia-Sumpf rund um Al Capone in Chicago trockenlegt. Daneben ein Schild mit der Aufschrift „FAFO“ als Hinweis, dass die Gefeuerten nur die Konsequenzen ihrer eigenen Handlungen zu dulden haben.


